Innsbruck: „Zacher“ Mix aus Stadt und Bergen
„Die Tage sind doch echt voll lässig!“ „Ah“, sage ich und nicke etwas überschwänglich – und weil mein Mund nun nicht mehr voll ist, erkläre ich ihr meine Verwirrung über die sprachlichen Unterschiede. Während das Wort „zach“ in Wien eher als Syno nym für „langweilig“ gilt, steht es in Innsbruck für „lässig“. Und genau das beschreibt diese char mante Stadt inmitten der Alpen perfekt. Der Mix aus urbanem Leben, alpinem Flair und echter Wintersportleidenschaft macht Innsbruck so „zach“ – wobei mir „leiwand“ schon leich ter von der Zunge gehen würde.
STADTLEBEN TRIFFT SKISCHUHE
Von den historischen Fassaden, barocken Kirchen und modernen Museen im Zentrum der Tiroler Hauptstadt zu den mächtigen Gipfeln der Nordkette ist es nur ein Katzensprung – den die Einheimischen ebenso wie BesucherInnen gerne machen – wie mir gesagt wurde, auch mit ArbeitskollegInnen vor der Arbeit, nach der Uni oder zwischen Erledigungen. Einfach, wann immer es in den Tag passt und der Berg eben ruft. Nicht verwunderlich also, dass Skier in den Wintermonaten hier praktisch überall mit dabei sind – ob im Supermarkt, in der Straßenbahn oder auf dem Fahrrad – zu meiner Belustigung gehören sie hier einfach zum Stadtbild. Diese entspannte Haltung, gepaart mit echter Begeisterung für den Berg, prägt das Lebensgefühl der Einheimischen. Wer hier zu Gast ist, spürt schnell: In Innsbruck verschmelzen Stadt und Skifahren zu einem ganz eigenen Lebensstil.
AUFFE AUF’N BERG

Morgens auf den Skiern, mittags beim Einkaufsbummel durch die Maria-Theresien-Straße und abends bei einem Konzert im Haus der Musik – dieser Dreiklang aus Stadt, Skifahren und Kultur macht Innsbruck aus.
Die Skiplus City Card ist dafür der ideale Begleiter: Sie kombiniert den Zugang zu 13 Skigebieten mit Eintritten in zahlreiche Sehenswürdigkeiten, Museen und Bäder. Davon habe ich mich gerne selbst überzeugt: Noch am Vormittag schlendere ich durch die Stadt für einen Kaffee, kurze Zeit später sitze ich schon gemeinsam mit meinen Mitreisenden in der Gondel zur Axamer Lizum – und wir singen vorfreudig, obwohl noch keine Après-Ski-Zeit ist: „Auffe auf’n Berg und oba mit de Ski, eine in die Hütt’n und die Hände in die Höh’. Aussa mit de Hasal und ei mim Jagertee. Oida, des ist schee.“
Die Axamer Lizum, Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1964 und 1976, liegt nur rund 30 Minuten von der Altstadt entfernt und bietet moderne Liftanlagen, ab wechslungsreiche Pisten und einen atemberaubenden Blick über das Inntal. Eine 3-Tages-Liftkarte kostet in der Saison 2025/26 185 Euro, Tageskarten 63 Euro. Für Familien gibt es spezielle Angebote. Auch Patscherkofel, Muttereralm und Kühtai liegen in unmittelbarer Nähe. Letzteres ist mit über 2.000 Metern das höchstgelegene Skidorf Österreichs und gilt als besonders schneesicher – ein Ort, an dem man selbst im März noch frische Pulverschneespuren ziehen kann.
RODELSPASS WIE FRÜHER

Wer die Skier mal stehen lässt, entdeckt, dass der Winter in Innsbruck noch viele andere Facetten hat. Ein beson deres Erlebnis ist das Rodeln am Rangger Köpfl, einer der längsten Naturrodelbahnen Tirols. Acht Kilometer führt die Strecke durch verschneite Wälder, begleitet vom Blick ins Tal – rasant, aber nie gefährlich. An dem Tag, als bei uns das Rodeln auf dem Programm stand, war es richtig kalt, es schneite und der Wind blies über die Strecke. Trotzdem – oder gerade deswegen? – machte die Abfahrt riesig Spaß – für die meisten in unserer Gruppe, auch für mich, das absolute Highlight. Das Rodeln weckte dieses Gefühl von Winter in der Kindheit – richtiger Schnee, Spaß und rasante Fahrt.
Danach ging es zum Aufwärmen in die Rosskogelhütte: eine heiße Kaspressknödelsuppe und ein Skiwasser, während draußen der Schnee weiterfiel. Na, was soll ich dazu schon anders sagen: Das war schon echt lässig – ich meine, echt zach. Wer es ruhiger mag, findet oberhalb von Oberperfuss zahlreiche Winterwanderwege. Besonders schön sind geführte Schneeschuhwanderungen bei Sonnenuntergang, wenn die Berge in warmes Abendlicht getaucht sind und in der Stadt unten langsam die glitzernden Lichter aufblitzen.
GLÄSERNE KUNST – MAL ZWEI

Ein Muss in der Gegend rund um Innsbruck, wenn es um Kunst und Kultur geht, ist ein Besuch der Swarovski Kristallwelten in Wattens. Seit ihrer Eröffnung 1995 ziehen die „Wunderkammern“ BesucherInnen aus aller Welt an – und das völlig zu Recht. Die Kristallwelten verbinden Kunst, Geschichte und handwerkliche Fertigung auf besondere Weise und laden mit Garten, Spielplatz und Restaurant zu einem rundum gelungenen Ausflug ein. Die Ausstellung wird ständig erweitert, sodass es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Für Familien gibt es zudem spezielle Veranstaltungen, etwa Ostereiersuchen oder Halloween-Feste, die aber nicht nur bei Kindern für Begeisterung sorgen.
Wer dann noch selbst kreativ werden will, kann sich bei einem Glasbläser-Workshop versuchen und eigene Kunstwerke schaffen – beispielsweise bei Mario, der das Handwerk seit seiner Kindheit ausübt. Mit Witz und Schmäh führt er uns äußerst geduldig in die Kunst des Glasblasens ein – und das eigene, selbst gefertigte Stück ist am Ende des Work shops das beste Souvenir – oder ein Geschenk.
GENUSS MIT AUSSICHT
Auch kulinarisch hat Innsbruck einiges zu bieten – besonders, aber nicht nur in der Weihnachtszeit. Wo wir wieder beim Kiachl sind: Ein traditionelles, frittiertes Gebäck, das oft mit Marmelade oder Sauerkraut serviert wird. Mindestens eines zu probieren ist ein Muss. Ich empfehle die Variante mit Sauerkraut! Wer über die ganz klassische Tiroler Küche hinaus gut speisen möchte, findet ebenfalls viele Möglichkeiten. Ein Top-Tipp: das Panorama-Restaurant Weitsicht im Hotel Adlers. Es bietet nicht nur eine moderne, kreative Küche, sondern auch einen beeindruckenden Blick über die Stadt und die umliegenden Berge.
KOMPAKT
SCHLAFEN
Hotel Grauer Bär – klassisch, gemütliches 4-Sterne Hotel direkt im Zentrum, doch in ruhiger Lage Hotel
Das Innsbruck: modernes, stylisches 4-Sterne Stadthotel direkt im Zentrum von Innsbruck
ESSEN UND TRINKEN
Ottoburg – in den geschichtsträchtigen Stuben mit ihren prächtigen Kreuz- und Sterngewölben werden heimische Spezialitäten auftischt.
Weitsicht – im Hotel Adlers, gehobene tirolerisch-internatio nale Crossover-Küche mit Weitsicht über Innsbrucks Dächer und Bergwelt
ANSCHAUEN
Swarovski Kristallwelten in Wattens Marios Glasbläser-Galerie „Glaszeit“ auf der Hungerburg
Skiplus City Card: www.ski-plus-city.com
Die Autorin war auf Einladung von Innsbruck Tourismus in der Tiroler Hauptstadt unterwegs.
Der Artikel ist auch Print in der reisetipps-Ausgabe Nr.35 erschienen.








