Im swinging London der 1960er Jahre entstand eine innovative Strömung in der Schmuckindustrie, die schnell auch Europa und die USA erreichte. Die Ausstellung zeigt Schmuck, Mode, Musik und Design aus dieser bewegten Zeit, die gerade wieder voll im Trend liegt.

“Jewellery should be fun.”

Eine neue Generation von Schmuckdesignern wollte andere Wege gehen und sich vom konventionellen Nachkriegsschmuck abgrenzen. Die Goldschmiede widersetzten sich den geltenden Regeln des Schmuckdesigns und experimentierten mit neuen Techniken, Materialien und Einflüssen. Sie betrachteten sich selbst als Künstler und ihren Schmuck als Kunstform. Daraus entstand sogenannte Statement Schmuckstücke, die auf der Grenze zwischen Kunst und Design anzusiedeln sind. 

Andrew Grima war einer der bekanntesten und meistgefragten Schmuckdesigner dieses Genres. Er wurde 1921 in Rom geboren und starb 2007 in Gstaad, lebte und arbeitete aber die meiste Zeit seines Lebens in London, dem Epizentrum der Swinging Sixties. Sein Motto lautete: „Jewellery should be fun.” Er war davon überzeugt, Schmuck sei dazu bestimmt, den Augenblick zu genießen und nicht in einem Tresor eingeschlossen zu werden. Diese moderne Strömung brachte Schmuckstücke hervor, deren Form und Konzept sowohl expressiv und futuristisch, als auch organisch waren. Neben einem völlig anderen Umgang mit Materialien diente auch die Natur als wichtige Inspirationsquelle.

Kunst und Schmuck bilden eine Einheit

Die über 100 hier gezeigten Schmuckstücke aus der Zeit zwischen 1960 und 1970 wurden noch nie zuvor zusammen präsentiert. Sie stammen alle aus der Sammlung von Kimberly Klosterman, die vor 30 Jahren begann, Schmuck von amerikanischen und europäischen Designern aus dem 20. Jahrhundert zu sammeln. Im Fokus standen dabei Künstlerjuwelen aus den 1960er und 1970er Jahren. Bei den Objekten handelt es sich um Schmuck, der im Auftrag von u. a. Bulgari, Cartier, Van Cleef & Arpels und Masenza angefertigt, sowie von Designern wie Andrew Grima, Arthur King, Cesare De Vecchi, Charles de Temple und David Webb entworfen wurde, deren Arbeiten auch in den Sammlungen verschiedener Museen zu sehen sind. Stücke des Belgiers Fernand Demaret befinden sich ebenso darunter.

Transito: Ein Trip ins Weltall

Zur Ausstellung gehört auch eine Installation von Space Encounters und Children of the Light. Die Arbeit interpretiert die Gestaltungsformen der 1960er–1970er Jahre auf eine zeitgenössische Weise, balanciert auf der Grenze zwischen Kunst, Design und Architektur und bezieht neue technologische Errungenschaften mit ein. Die Installation nimmt einen ganzen Saal der Ausstellung The Jeweller’s Art ein. Die Besucher betreten ein Labyrinth und fühlen sich wie in einer neuen Welt: Beleuchtung und Geräuschkulisse ändern sich ständig, regen alle Sinne an und ahmen buchstäblich eine Erfahrung im Weltall nach. Die Besucher können frei im Raum herumirren und den Space-Age-Schmuck in einer unvergesslichen Kulisse bewundern. Die Installation wurde als eigenständige Entität entworfen und verhält sich mit Hilfe modernster Technologie fast wie ein lebendiger Organismus. Das an- und wegrollende Licht erzeugt ein befremdliches Raum- und Zeitgefühl. 

Mehr dazu: divaantwerp.be und www.visitflanders.com