72 Stunden: Singapur „The Fine City“
Denn: In Singapur sollte man es sein. Viele Dinge, die bei uns toleriert werden, sind dort mit hohen „Fines“ belegt: Rauchen von E-Zigaretten, Kauen von Kaugummi, Nicht-Betätigung der Toilettenspülung, unsachgemäße Müllentsor gung u.v.m. Daher auch der zweideutige Titel dieser Geschichte, der viele Souvenirs ziert, die vor Ort erhältlich sind.
Aber Singapur ist vielmehr ein feines, faszinierendes Land. Besonders be eindruckend: Ein Aufenthalt in dem Stadtstaat ist - anders als bei vielen anderen Zielen - keine Reise in die Vergangenheit, sondern eine in die Zukunft. Die ökologische Transformation, die in Europa maximal angedacht wird, ist dort in zahllosen Initiativen bereits umgesetzt oder im „Green Plan 2030“ niedergeschrieben.
TAG 1, VORMITTAG
Die Scoot-Maschine landet sehr zeitig am Changi International Airport: 03:40 Uhr ist eine herausfordernde Ankunftszeit für den ersten Tag. Es lohnt sich, ein Hotel zu buchen, das eine so frühe Anreise mit bereits fertig beziehbaren Zimmern unterstützt. In meinem Fall ist es das sehr gute Grand Mercure Singapore Roxy, im östlichen Teil der Stadt, ungefähr in der Mitte zwischen dem internationalen Flughafen und Marina Bay.
TAG 1, NACHMITTAG, ABEND

Ein gemütlicher Tag auf Sentosa Island eignet sich perfekt dazu, die lange Anreise und die kurze Nacht zu verarbeiten. Die Insel, einst ein britischer Militärstützpunkt, hat sich durch künstliche Landgewinnung mittlerweile zu einem 5km² großen Freizeitresort der Extraklasse entwickelt. Wir wählen die spektakulärste Möglichkeit, auf die Insel zu gelangen: mit der Seilbahn, die vom Mt. Faber nach Sentosa führt. Für Vergnügungs- und Entspannungsfans bleiben glei chermaßen keine Wünsche offen: Das Freizeitresort bietet eine Bungee Jumping-Anlage, diverse Fahrgeschäfte, den Adventure Cove Waterpark, Ableger der Universal Studios und von Madame Tussauds sowie chillige, künstlich ange legte Strände wie Siloso Beach, Palawan Beach und Tanjong Beach.
Wir lunchen im Beachclub „Tipsy Unicorn“. Fällt die Wahl auf ein asiatisches Gericht, schadet die Frage nach der Schärfe nicht – „spicy“ ist für nicht geeichte Gaumen näm lich richtig scharf. Nach dem Besuch diverser Attraktionen lohnt sich das Dinner im „1-Flowerhill“. Das über 100 Jahre alte Gebäude glänzt mit britischem Ambiente und hervorra gender Küche. Nach Sonnenuntergang steht auch noch ein Besuch der „Wings of Time“-Show mit einem Spektakel aus Laser und Wasserfontänen auf dem Programm.
TAG 2, VORMITTAG

Ein Trip nach Singapur ist ein Trip in die Zukunft. Beson ders anschaulich wird das in den Gardens by the Bay: Von Weitem stechen die bis zu 50m hohen „Super Trees“ ins Auge. Die trichterförmigen Kunstwerke sind jedoch nicht nur spektakulär anzusehen, sie erfüllen auch wichtige ökologische Aufgaben als vertikale Gärten, als Belüftungsan lagen für die Gewächshäuser, sie sammeln Regenwasser und erzeugen Solarstrom.
Auf dem Gelände der Gardens finden sich zwei imposante Glashäuser: „Flower Dome“, das größte seiner Art weltweit, beherbergt hunderttausende Pflanzen aus allen Winkeln der Erde. Im „Cloud Forest“ führt ein Skywalk vorbei an Orchideen, Farnen und Palmen zu dem 35m hohen Indoor-Wasserfall. Dazu gibt es auch noch einen Blick auf ein anderes, atemberaubendes Wahrzeichen Singa purs – das Marina Bay Sands Hotel, ein Gebäude, bestehend aus drei Säulen mit einem 340m langen Dach, das diese in 190m Höhe verbindet. Unser Besuch auf der Dachterrasse fällt leider dem heftigen Wind zum Opfer.
TAG 2, MITTAG
Etwas älter, aber ebenso ein Resultat der stetigen Transformation in Richtung Moderne, sind die „Hawker Center“, von denen es über hundert in Singapur gibt. In den 1950er-Jahren wurden die mobilen Küchen von den Straßen verbannt und in festen, überdachten Gebäuden angesiedelt, um die Hygiene-Vorschriften besser kontrollieren zu können.
Sehr speziell ist Lau Pat Sat, liegt es doch inmitten des Central Business Districts, umringt von glitzernden Hochhäusern. An rund 80 verschiedenen Food-Ständen findet sich die gesamte asiatische Küche. Ein Paradies für mich! Die Preise sind zudem moderat, sodass ich mehrere, kleinere Gerichte verkosten kann.
TAG 2, NACHMITTAG 1
Die wirtschaftliche Kraft Singapurs wird in der berühmten Shopping-Meile Orchard Road sichtbar. Geschäft um Geschäft, Einkaufszentrum um Einkaufszentrum sind hier aufgefädelt, deren Vielfalt alle Herzenswünsche erfüllen - aber auch überfordern kann. Ich finde in der charmanten Seitenstraße Kiliney Road, wo ältere, einstöckige Häuschen eine Restaurant- und Barzeile bilden, die perfekte Ablenkung.
TAG 2, ABEND
Unsere Reiseleitung hat eine Überraschung parat – einen Besuch am höchsten Dachgarten der Welt im CapitaSpring. Auf 280m Höhe eröffnet sich ein grandioser Blick auf den Stadtstaat. Das Hochhaus, 2022 eröffnet, lässt uns erneut erfahren, welche Entschlossenheit bei der Transformation zu einer „grünen Destination“ an den Tag gelegt wird. Nur ein Detail dazu: Am, im und um das Gebäude wachsen und blühen 80.000 Pflanzen mit einer Gesamtfläche von mehr als 8.300m².

Nun wird es wieder einzigartig: Eine Vespa-Beiwagen-Tour steht am Programm. Der Gründer von Singapur Sidecars hatte vor einigen Jahren die Idee, Vespas, die ikonischen Roller made in Italy, mit einem Beiwagen auszustatten, um Gäste durch die Gassen Singapurs zu kutschieren.
Meine erfahrene Pilotin kurvt mit mir durch das hübsche Katong. In den 1920er- und 1930er-Jahren zog es viele Gemeinschaften aus dem Stadtzentrum hierher, was die heute vielschichtige, multikulturelle Mischung der chinesisch, malaiisch und indischen Peranakan sowie eurasischer Kultur widerspie gelt. Apropos Peranakan: Absolut empfehlenswert ist das Restaurant Guan Hoe Soon, wo authentische Köstlichkeiten dieser jahrhundertealten Mischkultur kredenzt werden.
TAG 3, VORMITTAG
Singapur ist ein Schmelztiegel verschiedener asiatischer Kulturen, die jeweils in eigenen Stadtvierteln ihr Zentrum haben. Sehenswert sind sie alle, da die Zeit jedoch begrenzt ist, widmen wir uns vorerst China Town, das mit dem „Buddha Tooth Relic Temple“ eine beliebte Pilgerstätte beherbergt. Rund um den Tempel lockt eine Unzahl an Souvenir-Ständen mit Ramsch, der manchmal hart an der Geschmacksgrenze kratzt. Dies tun auch so manche feilgebotene tierische Produkte im nahen „Market at Maxwell“, der dennoch einen Besuch wert ist
TAG 3, NACHMITTAG
Nach dem köstlichen Mittagessen im „The Coconut Club, Beach Road“ machen wir noch einen Abstecher nach Kampong Glam, das sich um die belebte Arab Street erstreckt. Singapurs muslimisches Viertel ist bekannt für seine Textilgeschäfte, bunten, aufwendig restaurierten Häuser aus dem 19. Jahrhundert und unzähligen Straßencafés. Alles überstrahlend in dem Viertel: die Sultan-Moschee.
TAG 3, ABEND 1
Es geht schon in die letzte Nacht in der Stadt der Löwen. Das Abendessen ist im „Jumbo Seafood“ Restaurant vor gesehen – und der Name ist Programm: Riesige Krabben mit Chili sind der Renner. Das zweifellos an TouristInnen gerichtete Angebot kann dennoch überzeugen: Das Ambiente am historischen Singapore River ist richtig nett.
TAG 3, ABEND 2

In Singapur kommt kein Gast um den Namen Raffles herum: Sir Thomas Stamford Raffles gründete 1819 eine britische Handelsniederlassung und legte damit den Grund stein für das moderne Singapur. Viel berühmter als der Namensgeber ist heute das Raffles Hotel, die Luxusadresse in der Stadt. Und dort wurde einst in der legendären Long Bar ein Drink erfunden, der heute in der ganzen Welt bekannt ist: der Singapur Sling.
Die Geschichte erzählt, dass der Barkeeeper Ngiam Tong Boon 1915 – in einer Zeit, als es Frauen nicht erlaubt war, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken - den Drink kreierte. Um das Verbot zu umgehen, verpasste er dem Cocktail das Aussehen eines harmlosen Fruchtsaftes. Der Rest der Geschichte ist Geschichte… Auch wir finden Gefallen an dem Getränk – bevor wir zum Flughafen fahren, die Scoot-Maschine wartet. Mit Sling beschwingt fällt der Abschied wenigstens leichter.
KOMPAKT
Stadtstaat mit knapp 730km² Fläche und gut 6 Mio. Einwohnern
Währung: Singapore Dollar; 1 SGD = 0,66 EUR
Zeit: Sommerzeit +6 Std., Winterzeit +5 Std.
Klima: tropisch-feucht, das ganze Jahr über beträgt die Temperatur rund 30 Grad Celsius
Reisezeit: ganzjährig, zwischen Februar und September ist aufgrund geringerer Niederschläge die Luftfeuchtigkeit etwas niedriger.
ANREISE
Scoot, die Billigfluggesellschaft und 100%-Tochterfirma von Singapore Arlines, fliegt dreimal wöchentlich (Dienstag, Donnerstag und Samstag) von Wien nonstop in den südostasiatischen Stadtstaat, retour geht es immer montags, mittwochs und freitags. Für den Sommer 2026 sind vier wöchentliche Verbindungen geplant. Geflogen wird mit einer modernen Boeing B787 (Dreamliner), die über eine zwei Klassen-Konfiguration verfügt: ScootPlus-Klasse (2-3-2-Sit zen pro Reihe, entspricht in etwa Premium Economy) sowie Economy Class (3-3-3-Sitzen pro Reihe).
Die ScootPlus macht sich bezahlt, hat sie doch breitere Sitze mit mehr Beinfreiheit sowie Priority Check-In und Boarding zu bieten. One-Way Tickets von Wien nach Singapur sind in der Economy Class ab 217 EUR erhältlich.
Singapur Infos: www.visitsingapore.com








