Sie merken, es gibt viele „solls“ in den Ankündigungen der thailändischen Regierung. In der Praxis werde es wohl so aussehen, dass die Phase ab 1. November einem Praxistest nahekommt, und die Bestimmungen den Entwicklungen und Erfahrungen nach angepasst werden.

FORMULARE, FORMULARE, FORMULARE,…

Zugegeben, das Beantragen des COE ist eine komplexe Prozedur. Vor allem unter einem gewissen Zeitdruck, wie reisetipps es für einen Kurztrip in die Phuket "Sandbox" gemacht hat. Das Zertifikat, das für die Einreise zwingend notwendig ist, erfordert die Eingabe in mehreren Schritten. Zuerst erfolgt eine Registrierung auf coethailand.mfa.go.th/.

Erforderlich dafür sind eine behördliche Bestätigung für die volle Immunisierung gegen Covid-19 (bei zwei Impfungen sind auch beide Impfzertifikate hochzuladen), eine digitale Passkopie und eine Bestätigung einer Reiseversicherung, die eine Summe von 100.000 USD abdeckt – ebenfalls digital, die im ersten Schritt – der Registrierung – erfolgt. Diese wird von der zuständigen thailändischen Botschaft geprüft, der Antragsteller bekommt eine Zahlenkombination zugesendet, die für die weiteren Aktivitäten und zur Wiederanmeldung benötigt wird. Ein Tipp: Die verwendete E-Mail-Adresse immer wieder nach etwaigen Meldungen der Botschaft überprüfen.

Die zweite Phase der Bewerbung um das COE ist dann den Reisedetails gewidmet. Benötigt werden die Flugtickets, eine Bestätigung der Unterbringung in einem SHA+ (Safety & Health Administration) zertifizierten Hotel. Da reicht eine Buchungsbestätigung nicht aus, es ist das Original – die SHABA-Bestätigung - erforderlich (SHA+ Hotel Booking Authenticator). Darüber hinaus ist auch eine Bestätigung für die Buchung eines bereits im Vorfeld bezahlten Corona-Tests, der für den Eintritt in die Sandbox und direkt am Flughafen nach Ankunft in Phuket zu machen ist (Phuket Swab Appointment System: www.thailandpass.com). Hat man all diese Dinge erledigt und die erforderlichen Dokumente hochgeladen, steht dem COE nichts mehr im Weg… Den bürokratie-gestählten ÖsterreicherInnen können solch Hürden die Vorfreude auf eine Asien-Reise aber nicht nehmen.

ALLES HALB SO WILD

Die Phuket Sandbox ist nur via Direktflug nach Phuket zugänglich – zum Beispiel mit Qatar Airways via Doha. Der Flug ist angenehm zweigeteilt und der Aufenthalt auf dem modernen Flughafen in Doha, der alle Stückerln spielt, vergeht im Nu. Ebenso alle Stückerln spielt die Business Class der Qatar Airways: viel Platz, modernstes Entertainment, perfekter Service und hochklassige Gastronomie.

Angekommen am Flughafen in Phuket, nehmen alle Passagiere auf Stühlen Platz; fleißige Helfer überprüfen die Dokumente (all die Sachen, die für das COE benötigt wurden, müssen auch ausgedruckt mit auf die Reise genommen werden), bringen sie in die richtige Reihenfolge, helfen bei der Installation der nötigen Tracking-App und verbreiten durch ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft das lang vermisste Thailand-Feeling. Mit den Dokumenten sind dann zwei Stationen, die Gesundheitskontrolle und die Einreise, zu passieren. Das Gute an dem Prozedere, das rund 45 Minuten dauert: Das Anstellen um das Gepäck entfällt, dieses erwartet die Reisenden schon am Laufband.

Beim Ausgang erfolgt dann schließlich der PCR-Test (Nasenabstrich). Schlechte Nachricht für RaucherInnen: Nach dem ganzen Brimborium, das aber nicht länger als 1 Stunde 20 Minuten dauert (da hat man oft schon mehr Zeit für die Einreise und die Kofferübernahme verplempert), müssen die Gäste unverzüglich – also ohne Side-step zum Rauchen – in den im Voraus gebuchten Transfer-Bus zum SHA+-Hotel.

„EINGESPERRT“ IM PARADIES

Im Hotel angekommen, im reisetipps-Praxistest war es das wunderschöne, herrlich an der Andaman-See gelegene Marina Phuket Resort an der Karon Beach im Süden von Phuket, müssen die Reisenden auf ihre Zimmer und auf das negative Corona-Test-Ergebnis warten, das die Entlassung in die „Freiheit“ bedeutet. Dies dauert in der Regel drei bis vier Stunden, wie auch in unserem Fall.

Eine Reise wert – ein persönliches Fazit

Diese drei, vier Stunden verbrachte ich fast zur Gänze auf meiner Terrasse. Der Blick auf den Ort der Sehnsucht – die Bucht von Karon und das rauschende Meer – war nur durch ein paar Palmen und üppige Farne „beeinträchtigt“. Der Service des Hotelpersonals war großartig, Essen wie Getränke wurden vor die Zimmer geliefert – eingesperrt auf höchstem Niveau.

Nachdem das Ergebnis des Corona-Tests geliefert wurde, ging es sofort nach draußen. Es war nach 20 Uhr, und mir offenbarte sich ein völlig neues Phuket: fast menschenleer. Gedanken an die Zeit des nächtlichen Ausgangsverbots in Wien wurden wach. Am Ende fand sich doch noch eine Bar, die Getränke ausschenkte. Um 22 Uhr war aber Schluss.

Harte Zeiten für Thailand

Das Ausbleiben der Touristen trifft die Menschen in Phuket hart. Reiseleiterin Noi erzählt, dass sie Glück gehabt hätte, in der Zeit der Pandemie, da ihre Familie eine Kautschuk-Plantage besäße und ihr Mann ein Longtail Boat. So seien sie mit Fischen und der Kautschuk-Ernte ganz gut durch die Krise gekommen. Viele andere Mitarbeiter in der Tourismusindustrie hätten viel schlimmer gelitten, erzählt sie. In den Straßen zeigt sich auch das Bild, dass noch viele Geschäfte und Bars geschlossen haben, manche wohl auch dauerhaft, nach dem Grad der Verwitterung zu urteilen.

Für mich haben die wenigen Touristen den Vorteil, dass die Sehenswürdigkeiten beinahe mir allein „gehören“. Ein ungestörtes „Selfie“ mit dem Big Buddha oder auf dem Aussichtspunkt Promthep nicht ständig befürchten zu müssen, im Bild eines Instagram-Testimonials zu landen, haben im 21. Jahrhundert Seltenheitswert. Durch die Altstadt von Phuket-Town zu schlendern, die mit sino-portugiesischer Architektur und bemerkenswerten Graffiti-Kunstwerken zu beeindrucken weiß, ist in diesen Tagen auch ein großes Vergnügen, da ich das tägliche Leben der Thais direkt vor meinen Augen – und nicht von Reisegruppen verstellt – sehe.

Wie bei meinem ersten Besuch auf Phuket vor knapp 30 Jahren, zeigt die Insel heute all ihre Facetten. Noi erzählt, dass der Umwelt die Auszeit vom Massentourismus gutgetan habe. Die Fischbestände hätten sich erholt, die Korallen sich vermehrt und seien gesundet, Vögel in ihre ursprünglichen Reviere zurückgekehrt. Sie sagt das mit einem Leuchten in ihren Augen, weil ihr ihre Heimat am Herzen liegt. Aber sie wünsche sich auch, dass die Touristen wiederkommen, weil es in der Natur der Thais liege, sich um Menschen zu kümmern, und es dadurch den EinwohnerInnen wieder besser gehe. An meinem Sehnsuchtsort – am Strand der warmen und bewegten Andaman-See – hoffe ich, dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen, und dass Phuket ein wenig von dem Flair erhalten bleibt, das es jetzt umgibt.

INFO

Autor Dieter Putz war auf Einladung von Ruefa Reisen / Eurotours, Qatar Airways, Europäische Reiseversicherung und Go Vacation auf Kurzbesuch in Phuket.

Unterkunft: Marina Phuket Resort: www.marinaphuket.com/

Zu beachten:

  • In Thailand herrscht überall – auch im Freien – Maskenpflicht, an die sich die EinwohnerInnen auch zu nahezu 100% halten.
  • Restaurants und Einkaufszentren haben zurzeit bis 22 Uhr geöffnet – Erleichterungen dieser Einschränkungen könnten in Kürze in Kraft treten.
  • Alkoholausschank auf den Straßen ist verboten. Geschäfte verkaufen jedoch sehr wohl alkoholische Getränke. Diese Einschränkungen betreffen Restaurants nicht.
  • Die Website der Botschaft Thailands hält alle wichtigen Informationen zu den Einreiseformalitäten (in Englisch) bereit: www.thaiembassy.at/en/coe.html
  • Weitere Infos zu Thailand: www.tourismthailand.org