Hoch geht es im Sommer her, wie die Tourismusbehörde Benidorms in Gestalt unserer liebenswürdigen Begleiterin Carola bestätigt – lebhaft besucht ist der Tourismusort an der Costa Blanca, 45km nordöstlich vom Zielflughafen Alicante gelegen, dicht belegt sind die Reihen der Sonnenliegen, nachts steppt der Bär. Viel los an der Playa de Levante, wo die meisten Hotels sich drängeln, etwas weniger an der Playa de Poniente, bevorzugt bei den Einheimischen. Benidorm wird gern in Filmen als Double für Miami genutzt – heller Strand, Highriser. Dazwischen, im Fall Benidorms, eine kleine Delle, dort liegt die Altstadt.

Doch schon im Oktober

Der Lokalaugenschein in diesem Monat bringt zutage: vereinzelte Sonnenanbeter auf den Liegen, unermüdliche Strandspazierer, immer noch schwimmen manche am 18. 10. im blitzsauberen Wasser (blaue Flaggen Schulter an Schulter). Vermutlich auch am nächsten Tag, aber das kann ich nicht mehr bezeugen. Viele sind schon draufgekommen, dass Benidorm sich dank seines freundlichen Mikroklimas, geschützt von den Bergen im Rücken, bestens für eine Winterflucht eignet: mild die Temperaturen, wenig Niederschlag, dazu eine umfassende touristische Infrastruktur, die auch winters alle Register zieht. Erklecklich vergünstigt dann die Preise, eins der Hauptargumente.

Ein Hauch Asien

Check-In im Hotel Asia Gardens, fünf Sterne, eines der Leading Hotels of The World, ein wenig außerhalb der Stadt in den Hügeln gelegen. Ist alles blitzblank? Allemal bis auf ein paar Spinnweben unter der Terrassenlampe, die daran erinnern, dass Perfektion langweilig ist und dass hier Tiere leben. Ein grünes Refugium ist das Hotel mit exotischem Flair, thailändischem Spa, Riesen-Poollandschaft (teils beheizt), netten Bars, vielfältiger Küche. Großzügig und elegant die Zimmer.

Vor meiner Terrasse wuchert Grün, Farne, Palmen, ungezählte Blumenarten, die im Oktober noch blühen. Entspannt lege ich die Beine hoch. Eine Wohltat für Körper und Seele ist unsere Taiji-Stunde im Freien, eine Sternstunde für den Gaumen das Abendessen im Restaurant Koh Samui, es knackt das Gemüse.

So viel zu tun

Auf ein E-Bike setze ich mich zum ersten Mal im Leben, stelle mich ungeschickt an, doch stoisch trägt es mich (ohne großen Muskeleinsatz, Motor betätigen, von selbst zieht es los) entlang der Küstenstraße hinauf zu den Aussichtspunkten des hinter Benidorm liegenden Naturparks Sierra Helada, steile Klippen, idyllische Buchten, funkelndes Meer. Ein Vorgeschmack auf unseren Jeep-Ausflug in die Berge, geführt vom Niederländer Dennis, einem Outdoor-Sportler der harten Sorte, der furchtlos klettert und Berge im Laufschritt erobert. Zu Panoramapunkten fährt er uns, die Benidorm in neuem Licht zur Geltung bringen und Blick auf verträumte Ortschaften des Hinterlands erschließen. Felsenklettern und Radtraining zählen zu den Trümpfen der Region, wenn die Sonnenstunden kürzer werden, gesicherte Steige und Routen für Touren- und Mountainbiker gibt es zuhauf.

Zuerst die Paella

Ulia heißt das Restaurant am Strand von Benidorm, spanisch wie nur was (vergesst Burger, wir sind in Spanien), das Köstlichkeiten in Begleitung von Weinen aus der hauseigenen Vinothek kredenzt. Liebenswürdig die Chefin, beflissen die Kellner, ein Hochgenuss das Gericht. Dann Jesus und Miriam, Betreiber einer Kochschule. Jesus nimmt uns mit auf den Markt, füllt einen Sack prallvoll mit Gemüse an, keine vier Euro zahlt er dafür (das Preisargument!). Kauft ebenso wohlfeile Meeresfrüchte ein und bringt uns in eine strahlend saubere Küche, in der er und Miriam unserer kleinen Pressegruppe unter viel Gelächter beibringen, wie Gazpacho, Chorizo in Cider und Meeresfrüchte-Paella zubereitet werden – und in aller Bescheidenheit, wir sind echt gut. Hervorragend die Gerichte, dankenswert fein der Wein, der uns eingeschenkt wird. Verabschiedung mit innigen Wangenküssen.

Tapas und mehr Wein

In die schmale, lebhaft mit Restaurants bestückte Gasse Santo Domingo in Benidorms Altstadt begleiten uns Birgit Litschel (Spanisches FVA) und die genannte Carola, um am Tresen in prasselndem Spanisch Tapas zu bestellen, butterzarten Tintenfisch & Co. Grellrot gefärbt das Haar mancher Spanierinnen, die im Alter zu erblühen scheinen, fahl das ebenso falsche Blond der Touristinnen, die da nicht mithalten können. Großartig das Essen, spät die Heimkehr. Mehr vom spanischen Wein anderntags im Weingut Enrique Mendoza, erquicklich die Tropfen, bodenständig der Hausherr in Jeans, dem die Scholle seiner Vorfahren noch an den Absätzen zu kleben scheint (Schäfer waren sie) – nichts Abgehobenes hier, bodenständig das Produkt. Gleich hinter den hohen Fassaden ist alles echt in und um Benidorm.

Informationen

Die Reise von 16. bis 19. Oktober erfolgte durch Organisatoren, Sponsoren und Gastgeber: