Zu Fuß durch die Vielfalt der Alpen

Die Alpen sind ein lebendiger Raum im steten Wandel. Beim Wandern ziehen schroffe Felsformationen, sanfte Almwiesen und weiter südlich des Hauptkamms die ersten Anklänge mediterraner Landschaften vorbei. 

Wer die Alpen zu Fuß und aus eigener Kraft überquert, erlebt intensive Naturmomente und das Gefühl, auf die eigene Leistung stolz sein zu können. Damit solche Naturerlebnisse unbeschwert genossen werden können, übernimmt Eurohike Wanderreisen die Organisation im Hintergrund. 

Vom wilden Norden in den sanften Süden 

Die Alpenüberquerung von Garmisch-Partenkirchen nach Sterzing gleicht einem sanften Hineingleiten in die vielschichtige Welt der Berge, die sich Tag für Tag in neuen Bildern zeigt. Gleich zu Beginn drängt sich das Wasser mit kraftvoller Energie durch die Partnachklamm und begleitet den Weg hinauf zur Elmauer Alm und weiter nach Mittenwald. Von dort führt die Route durch das Wettersteinmassiv hinein in die Weite des Karwendels, wo sich von der Nordkette ein Blick bis nach Innsbruck öffnet. 

Mit jedem Schritt verändert sich die Stimmung, wird stiller und beinahe andächtig, besonders rund um die Wallfahrtskirche Maria Waldrast, eingebettet in Wiesen und Berglandschaften, während uralte Pfade von Pilgern und Händlern erzählen. Am Sandjöchl erfolgt schließlich der Übergang über den Alpenhauptkamm, bevor mit Sterzing eine historische Alpenstadt erreicht wird, deren mittelalterliche Gassen den Weg stimmungsvoll vollenden.  

von Oberstdorf nach Meran  

Der Fernwanderweg E5 gilt als Klassiker unter den Alpenüberquerungen und entfaltet seine Faszination in einer stetigen Steigerung, die jeden Tag intensiver wird. Von Oberstdorf aus beginnt die Reise im Grün des Allgäus, wo klare Bäche durch enge Tobel rauschen und sich die ersten Gipfel am Horizont aufbauen. Bald schon wird der Weg alpiner, schmaler und eindrucksvoller, wenn das Mädelejoch überschritten wird und sich mit jedem Höhenmeter neue Perspektiven eröffnen. Es sind nicht nur die großen Etappen, die diesen Weg prägen, sondern die Vielfalt dazwischen, etwa die schwindelerregende Holzgauer Hängebrücke oder die stillen Momente auf abgelegenen Almen, in denen nur das Läuten der Kuhglocken zu hören ist. 

Im Tiroler Hochgebirge zeigen sich die Alpen von ihrer kraftvollen Seite, mit weiten Graten, schroffen Felsen und dem Gefühl, mitten im Herz der Berge zu sein. Mit dem Übergang über das Timmelsjoch verändert sich die Szenerie spürbar, die Luft wird weicher, die Farben wärmer und der Weg führt hinab ins Passeiertal, bis schließlich Meran erreicht ist, wo mediterrane Leichtigkeit und alpine Erinnerungen aufeinandertreffen und diese eindrucksvolle Reise ihren genussvollen Ausklang findet. 

Vom Königssee zum Wörthersee 

Diese Alpenüberquerung zeigt die Berge in vielen Facetten. Vom Königssee aus führt der Weg durch den Nationalpark Berchtesgaden, vorbei an Wäldern und Seen, hinein in die Seisenbergklamm, wo sich das Wasser durch den Fels arbeitet. Die Etappen wechseln zwischen ruhigen Passagen und anspruchsvolleren Anstiegen. Rund um den Hochkönig öffnen sich weite Almlandschaften, während im Gasteinertal die historischen Hotelbauten noch immer vom Glanz vergangener Zeiten erzählen. 

Mit dem Anstieg zum Mallnitzer Tauern wird es wieder ursprünglicher und alpiner. Danach verändert sich die Landschaft spürbar, sie wird weiter, sanfter und von Wasser geprägt. Zwischen dem Millstätter See und den umliegenden Höhen bietet sich immer wieder die Gelegenheit für eine erfrischende Abkühlung, während der Egelsee als stiller Geheimtipp etwas abseits liegt und mit seiner ruhigen, beinahe unberührten Stimmung überrascht. Je weiter man nach Süden gelangt, desto milder wird das Klima, bis schließlich der Wörthersee erreicht ist. 

Der E5 mit kleinen Schritten  

Diese Alpenüberquerung lebt von den gemeinsamen Familienmomenten. Schon beim Start in Imst wird klar, dass hier nicht die Kilometer zählen, sondern das, was unterwegs geschieht. Ein schmaler Pfad zieht sich über Wiesen, Kuhglocken klingen durch die Bergluft, und plötzlich huscht ein Murmeltier zwischen den Steinen davon. Es gibt immer wieder Neues zu sehen, kleine Dinge am Wegesrand, die neugierig machen Am Vormittag wird gewandert, am Nachmittag werden kleine Umwege ausprobiert oder die Kleinen können im Gras herumtollen. 

Wenn die Kräfte nachlassen, helfen Seilbahnen ein Stück hinauf und eröffnen dabei weite Blicke über die Bergwelt. Die Etappen sind abwechslungsreich gestaltet und lassen Raum für spontane Pausen, etwa an einem Bergsee. In der abwechslungsreichen Natur kommt die ganze Familie zur Ruhe, während auf den Wegen immer wieder kleine Abenteuer warten. Am Timmelsjoch wird das gemeinsame Unterwegssein besonders spürbar, wenn der Übergang nach Italien erreicht ist und alle merken, was sie zusammen geschafft haben.