Mähren: Naturwunder und UNESCO in Grenznähe

Die größte und schönste Karstlandschaft Mitteleuropas, Moravský kras ist nur einen Katzensprung von der mährischen Metropole Brünn entfernt. Besonders beeindruckend ist die 138m tiefe und sagenumwobene Macocha-Schlucht.

Im Moravský kras (Mährischer Karst) in Südmähren gibt es insgesamt fünf für die Öffentlichkeit zugängliche Höhlen. In den Punkva-Höhlen (Punkevní jeskyně) ist auch eine Bootsfahrt auf dem unterirdischen Fluss Punkva zu empfehlen. Hierbei erleben die Besucher:innen eine fantastische Welt und den Blick aus der 138m tiefen sagenhafte Macocha-Schlucht. Diese entstand durch den Einsturz der Decke einer großen Tropfsteinhöhle. Ihren Namen (Macocha = Stiefmutter) erhielt die Schlucht einer Legende nach, die besagt, dass einst eine böse Stiefmutter ihren Stiefsohn loswerden wollte. Sie lockte ihn in den Wald und stieß ihn in die Schlucht. Von Gewissensbissen getrieben stürzte sie sich jedoch anschließend selbst in die Schlucht... Bei der Bootsfahrt durchqueren Besucher:innen drei Seen und kommen schließlich am märchenhaften Masaryk-Dom an. Bemerkenswert sind die prächtigen Stalagmiten, Stalaktiten und Stalagnaten.

Zur Tropfsteinhöhle Kateřinské jeskyně führt ein gotisches Portal, durch das man in den sogenannten Hauptdom (Hlavní dóm) gelangt, den größten unterirdischen Saal des Mährischen Karstes. Aufgrund seiner fabelhaften Akustik wird er auch als Konzertsaal genutzt. Die bis zu vier Meter langen, bunt angeleuchteten Stabstalagmiten erinnern an eine Hexe, an einen Bambuswald und der dritte an Schafe. 

In der Nähe der kleinen Stadt Sloup wiederum befinden sich die Tropfsteinhöhlen Sloupsko-šošůvské jeskyně. Hier erwartet Besucher:innen ein riesiges System an Domen, Gängen und unterirdischen Schluchten. Zu Bestaunen gibt es Tropfstein- und Sinterverzierungen, sowie die beeindruckende Stalagmitenformation namens Svícen (Leuchter). Die Höhle Výpustek, ein Höhlenlabyrinth, war vermutlich einst eine Ritualhöhle, denn man fand hier auch Tierskelette. Die Höhle Balcarka wiederum beeindruckt durch ihre Tropfsteinverzierung und ihre auf zwei Ebenen angesiedelten Gänge.

UNESCO-Triangel in der Region Vysočina

Auf dem relativ kleinen Gebiet der Region Vysočina gibt es drei Stätten, die in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurden. Die romanisch-gotische Basilika des Heiligen Prokop und die außergewöhnlich gut erhaltenen Denkmäler der jüdischen Kultur in Třebíč sind ein seltenes Zeugnis des langjährigen Zusammenlebens der jüdischen und christlichen Gemeinschaften. 

In dem jüdischen Viertel von Třebíč, das in seiner Geschlossenheit und seinem Umfang einzigartig ist, wurden von den ursprünglich 120 Gebäuden nur wenige abgerissen; erhalten geblieben sind beide Synagogen sowie der jüdische Friedhof mit mehr als 2.500 Grabsteinen, auf dem vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ununterbrochen Bestattungen stattfanden.

Eine bezaubernde Renaissance-Harmonie inmitten einer Landschaft aus Teichen bieten wiederum das historische Zentrum und das Schloss in Telč. Einzigartige Architektur und spirituelle Symbolik prägen zudem das Meisterwerk der barocken Gotik, die Wallfahrtskirche des Heiligen Johannes Nepomuk auf dem Grünen Berg in Žďár nad Sázavou – ein zentraler Bau auf dem Grundriss eines fünfzackigen Sterns – wacht seit über 300 Jahren vom Gipfel des Hügels über das Areal des ehemaligen Zisterzienserklosters.

Weitere Infos: www.visitczechia.com