Japan: Abseits der Trampelpfade
Kaum ein Gespräch über ein Wunschreiseziel vergeht, worin das „Land der aufgehenden Sonne“ nicht genannt wird. Völlig zurecht, denn es ist eine überaus spannende Destination – der Kontrast zwischen jahrhundertealter fernöstlicher Kultur und modernen, glitzernden Metropolen wirkt wie ein Magnet. Ein zusätzlicher Treiber ist der unterschiedliche Lebensstil der jüngeren Generation, der in Europa zunehmend fasziniert. Anime-Filme, Mangas und Sushi-Kultur gehören schon zu den Klassikern, sie sind vor vielen Jahren auch im Westen heimisch geworden. Es sind neue Themen, die die Menschen ansprechen. Die „Wabi-Sabi“-Kultur, die die Schönheit der Unvollkommenheit anerkennt und wertschätzt, oder der City Pop - japanische Popmusik der 1970er- und 1980er-Jahre - finden hierzulande immer mehr Anhänger.
So sehr Europäer:innen die neuen Trends auch schätzen, auf Reisen zeigen sie sich hingegen traditionell: Die überwiegende Mehrheit konzentriert sich auf die Achse die die Metropolen Tokyo, die ehemalige Kaiserstadt Kyoto und Osaka verbindet, und die zweifelsfrei auch jede Menge zu bieten haben: den Meiji-Schrein, die Shibuya-Kreuzung, den Senso-ji-Tempel in Tokio, den Fushimi Inari Taisha-Schrein, das historische Viertel Gion in Kyoto oder die Burg und das Nachtleben in Osaka. Weitere beliebte Ziele sind natürlich der Berg Fuji oder die Jimeji-Burg sowie Hiroshima mit dem Friedenspark und der Geschichte des Atombombenabwurfs.
Etwas abseits dieser Hauptrouten lässt sich Japan noch intensiver erleben. Hier ein paar Tipps, die aufgrund der guten Inlandsflugverbindungen von ANA auch problemlos zu erreichen sind:
MAGISCHES BLAU
Die Kerama-Inseln, rund 40 Kilometer westlich von Okinawa gelegen, sind für das sogenannte „Kerama Blue“ – ein außergewöhnlich klares, intensiv türkisfarbenes Meer – bekannt. Trotz ihrer Nähe zur Hauptinsel Okinawa haben sich die Kerama-Inseln ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Große Hotelanlagen oder überlaufene Strände sucht man hier vergeblich. Stattdessen prägen kleine Inselgemeinden, geschützte Buchten und weitläufige Korallenriffe das Bild.
Besonders Taucher:innen und Schnorchelfans kommen auf ihre Kosten. Bereits wenige Meter unter der Wasseroberfläche eröffnen sich farbenreiche Korallengärten, die zu den schönsten Japans zählen.
EINE REISE IN DIE SHOWA-ÄRA
Nicht jeder besondere Ort lebt von spektakulären Sehenswürdigkeiten. Manchmal reicht eine kurze Fährüberfahrt, um in eine völlig andere Welt einzutauchen. Nur wenige Minuten von Fukuoka entfernt liegt Nokonoshima, eine kleine Insel in der Hakata-Bucht, die vor allem durch ihre landschaftliche Ruhe besticht. Je nach Jahreszeit verwandeln sich die Hänge der Insel in ein Meer aus Kosmeen, Sonnenblumen oder gelb blühendem Raps. Die weitläufigen Blumenfelder zählen zu den beliebtesten Fotomotiven der Region und verleihen der Insel einen beinahe ländlichen Charakter – nur wenige Kilometer von einer Millionenstadt entfernt.
Eine besondere Attraktion ist die sogenannte Erinnerungsstraße im Inselpark. Sie versetzt Besucher:innen in die japanische Showa-Zeit, die das Land über mehrere Jahrzehnte hinweg prägte. Historische Ladenschilder, Werbeplakate, Haushaltsgeräte und Alltagsgegenstände erzählen vom Leben vergangener Generationen. Statt eines klassischen Museums erwartet die Besucher:innen eine detailreiche Inszenierung, die nostalgische Einblicke in den japanischen Alltag des 20. Jahrhunderts bietet.
ÜBER DEN WOLKEN – DIE UNKAI TERRACE
Noch vor Sonnenaufgang bringt eine Gondel Besucher:innen auf die Aussichtsplattform in den Bergen Hokkaidos. Mit etwas Glück wartet dort eines der eindrucksvollsten Naturschauspiele Japans: das sogenannte Unkai, das „Wolkenmeer“. Dabei füllen dichte Wolken die Täler, während nur die umliegenden Berggipfel aus dem Weiß herausragen. Das Phänomen tritt nicht jeden Morgen auf und lässt sich nur bedingt vorhersagen. Gerade diese Unberechenbarkeit macht auch den Reiz aus. Die Unkai Terrace ist weit mehr als eine Aussichtsplattform. Sie zeigt eindrucksvoll, warum manche Reiseerlebnisse Geduld erfordern – und gerade deshalb in Erinnerung bleiben.
TEMPEL IM FELS
Der Risshaku-ji-Tempel, besser bekannt als Yamadera, zählt zu den eindrucksvollsten Tempelanlagen Nordjapans. Hoch über dem Tal der Präfektur Yamagata gelegen, erreicht man ihn über mehr als tausend Steinstufen, die durch einen dichten Zedernwald führen. Zwischen moosbewachsenen Felsen, Steinlaternen und kleinen Schreingebäuden entfaltet sich eine Landschaft, die seit Jahrhunderten beeindruckt. Der im 9. Jahrhundert gegründete Tempel trägt seine lange Geschichte sichtbar in sich. Verwitterte Holzbauten und ausgetretene Stufen erzählen von Generationen von Besucher:innen, die den Weg gegangen sind.
Oben angekommen eröffnet sich ein weiter Blick über das Tal. Je nach Jahreszeit präsentiert sich die Landschaft in Kirschblütenrosa, sattem Sommergrün oder den warmen Farben des Herbstes. Der Aufstieg mag fordernd sein – die Aussicht macht die Mühe schnell vergessen.
ZEUGNISSE DER REGIONALGESCHICHTE
Die Kaminoyama-Burg und die Yamagata-Burg gehören zu den bedeutendsten historischen Anlagen der Präfektur Yamagata im Norden der Hauptinsel Honshū. Die Ursprünge der Kaminoyama-Burg reichen bis ins frühe 16. Jahrhundert zurück. Als strategisch wichtige Festung spielte sie eine zentrale Rolle in den Machtkämpfen der Region und wechselte im Laufe ihrer Geschichte mehrfach den Besitzer. Die heutige Burg ist eine Rekonstruktion aus dem Jahr 1982 und beherbergt ein Museum zur Stadtgeschichte. Umgeben von einem Park und den bekannten Thermalquellen von Kaminoyama Onsen vermittelt sie bis heute einen Eindruck vom Charakter der einstigen Burgstadt.
Die Yamagata-Burg war Sitz der einflussreichen Mogami-Familie, die über weite Teile der historischen Provinz Dewa herrschte. Von der ursprünglichen Anlage sind heute vor allem Ruinen, restaurierte Mauern und Wassergräben erhalten. Die weitläufige Parkanlage bietet Besucher:innen Einblicke in die Geschichte einer Region, die über Jahrhunderte hinweg eine wichtige Rolle im Norden Japans spielte.
WAHRZEICHEN AN DER HAKATA-BUCHT
Der Fukuoka Tower befindet sich im Stadtteil Momochihama an der Hakata-Bucht und ist mit 234 Metern Höhe der höchste Küstenturm Japans. Er wurde 1989 errichtet und zählt heute zu den markantesten Wahrzeichen der Stadt Fukuoka auf der Insel Kyūshū. Charakteristisch sind sein dreieckiger Grundriss sowie die Fassade aus rund 8.000 Halbspiegeln. Diese reflektieren tagsüber Himmel und Meer, während sie nachts die Lichter der Stadt aufnehmen. Dadurch verändert der Turm sein Erscheinungsbild je nach Wetter, Tages- und Jahreszeit.
Besucher erreichen Aussichtsplattformen in bis zu 123 Metern Höhe. Von dort bietet sich ein weiter Rundumblick über die Millionenstadt, die Küstenlinie der Hakata-Bucht und die umliegenden Berge. Besonders gefragt sind Besuche in den Abendstunden, wenn sich die Stadt in ein Lichtermeer verwandelt. Auch in der Popkultur hat der Turm Spuren hinterlassen. Internationale Bekanntheit erlangte er unter anderem durch seinen Auftritt im Film „Godzilla vs. SpaceGodzilla“ aus dem Jahr 1994.
Informationen
In den Off-Season-Zeiten im Jänner/Februar sowie im Mai/Juni und November/Dezember lässt sich Japan nicht nur günstiger sondern auch mit viel mehr Ruhe entdecken. ANA fliegt mehrmals pro Woche direkt und nonstop von Wien nach Tokio und darüber hinas zu über 40 Flughäfen in in Japan. Mehr Infos im Reisebüro und auf www.ana.co.jp/






