Eine Zeitreise durch Perus historische Hotels

Vom ehemaligen Inkapalast in Cusco über die einstige Münzprägestätte in Arequipa bis zur Belle-Époque-Villa in Lima: Einige der außergewöhnlichsten Hotels Perus machen einen Aufenthalt zur Zeitreise durch die peruanische Geschichte.

Geschichte ist während einer Reise durch Peru allgegenwärtig: in den Mauern von Kuélap, Choquequirao und Machupicchu, in den kolonialen Gassen von Cusco und Arequipa oder in den prächtigen Fassaden der peruanischen Hauptstadt Lima. Ehemalige Paläste und Klöster, Herrenhäuser und Stadtvillen dienen heute als Unterkünfte und erzählen von Inka-Herrschern und Mönchen, Präsidenten und Aristokraten. 

Cusco: Inka & Kolonialzeit  

Kaum eine Stadt verkörpert die verschiedenen Epochen Perus so eindrucksvoll wie Cusco. Einst Hauptstadt des Inkareichs, später Zentrum der spanischen Kolonialmacht, verschmelzen hier bis heute präkolumbische Mauern mit kolonialen Kirchen, Palästen und Innenhöfen.

Palacio Manco Capac 

Hoch über den Dächern der Stadt, auf dem Hügel von San Cristóbal, erzählt das Palacio Manco Capac mehrere Kapitel peruanischer Geschichte. Das Anwesen liegt im ehemaligen Inka-Viertel Qolqampata, wo sich die Überreste eines Palastes befinden, der Manco Cápac, dem legendären Gründer des Inkareichs, zugeschrieben wird. Seine steinernen Fundamente sind bis heute auf dem Gelände erhalten. Während der Kolonialzeit ging das Anwesen an Paullu Topa Yupanqui über, einen der ersten von den Spaniern anerkannten Inka-Herrscher, der auch die nahegelegene Kirche San Cristóbal errichten ließ. Im 19. Jahrhundert gelangte das inzwischen als Fundo Qolqampata bekannte Anwesen in den Besitz des italienischen Unternehmers César de Luchi Lomellini, der später zur Entwicklung von Elektrizität und Industrie in Cusco beitrug. Heute befindet sich hier ein Boutiquehotel mit 20 Zimmern. So lässt sich an einem einzigen Ort eine Zeitreise vom Inkareich über Kolonialzeit und Republik bis ins heutige Cusco unternehmen.

Monasterio, A Belmond Hotel 

Nicht weniger geschichtsträchtig ist das Monasterio, A Belmond Hotel im historischen Zentrum. Das Gebäude erhebt sich auf den Fundamenten des Palastes des Inka Amaru Qhala, dessen ursprüngliches Mauerwerk teilweise bis heute erhalten ist. 1595 entstand an dieser Stelle das Monasterio de San Antonio Abad. Eine reich verzierte Kapelle, religiöse Kunst und von Arkaden gesäumte Kreuzgänge erinnern an diese Zeit. Rund 350 Jahre später, 1965, wurde aus dem ehemaligen Kloster ein Hotel das, ausgestattet mit Gemälden der Cusqueña-Schule, historischen Möbeln und sakraler Kunst wie ein Museum anmutet.

Arequipa: Geschichten aus weißem Stein

Rund 500 Kilometer weiter südlich leuchtet Arequipa, die sogenannte „Weiße Stadt“, in Sillar, dem typischen hellen Vulkangestein der Region. Es prägt Kirchen, Klöster und Herrenhäuser, in denen heute teilweise Hotels untergebracht sind.

Casona Solar 

Die Casona Solar liegt nur wenige Schritte von der Plaza de Armas entfernt und stammt aus dem Jahr 1702. Das historische Gebäude war einst Wohnsitz von Eduardo López de Romaña, von 1899 bis 1903 Präsident von Peru. Hinter den mächtigen Mauern aus Sillar öffnen sich traditionelle Innenhöfe, um die sich heute die Räume des Boutiquehotels gruppieren. Bei der Restaurierung blieben wesentliche Elemente des ursprünglichen Gebäudes erhalten.

Casa Andina Premium Arequipa

Nur wenige Straßen entfernt führt das Casa Andina Premium Arequipa in die republikanische Geschichte des Landes. Das rund 225 Jahre alte Gebäude beherbergte zwischen 1836 und 1841 sechs Jahre lang die nationale Münzprägestätte. Bis heute erinnern mit Blattgold verzierte Wandmalereien, Gemälde aus republikanischer Zeit und kolonial geprägte Räume an seine Vergangenheit. 2019 wurde das historische Gebäude mit dem Blauen Schild der UNESCO gekennzeichnet, das schützenswerte Kulturgüter sichtbar macht.

Lima: Belle Époque & große Gesellschaft

Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich die peruanische Hauptstadt im Wandel. Neue Stadtviertel entstanden, breite Boulevards wurden angelegt und europäische Architekturstile hielten Einzug.

Country Club Lima Hotel

Zu den großen Klassikern dieser Zeit gehört der Country Club Lima Hotel im Stadtteil San Isidro. Mit dem Bau wurde 1925 begonnen, zwei Jahre später wurde das Haus im Beisein von Präsident Augusto B. Leguía eröffnet. Der amerikanische Architekt T. J. O'Brien entwarf das Gebäude im kalifornischen Kolonialstil. Schon bald entwickelte sich das Hotel zu einem wichtigen gesellschaftlichen Treffpunkt Limas. Staatsoberhäupter, Mitglieder internationaler Königshäuser, Künstler und andere prominente Gäste gingen hier im Laufe der Jahrzehnte ein und aus. Fast ein Jahrhundert später verbindet das Haus seine historische Architektur mit der Eleganz eines klassischen Grandhotels.

Hotel B 

Eine intimere Seite dieser Epoche lässt sich im Künstlerviertel Barranco entdecken. Das heutige Hotel B entstand als private Villa für die Familie García Bedoya. Entworfen wurde das Gebäude vom französischen Architekten Claude Sahut, der das Stadtbild Limas zu Beginn des 20. Jahrhunderts entscheidend mitprägte. 1914 wurde das Haus fertiggestellt – mit italienischem Marmor, exotischen Hölzern, hohen Decken, offenen Balkonen und den für Lima typischen „Teatinas“, besonderen Oberlichtern, die Tageslicht und Luft in die Räume ließen. Heute verbindet das Hotel seine historische Architektur mit zeitgenössischer peruanischer Kunst. Was einst privater Rückzugsort einer wohlhabenden Familie war, ist heute Treffpunkt für Reisende, Künstler:innen und Designliebhaber:innen im kreativen Herzen Limas.

Quelle und weitere Informationen: www.peru.travel