5 Erlebnisse, die es so nur in Guatemala gibt

Vulkane, die nie zur Ruhe kommen, Ruinen, die als Star-Wars-Kulisse dienten, und ein Kulturerbe, das nicht im Museum, sondern auf dem Marktplatz zu finden ist: Guatemala ist ein Reiseziel mit einem Profil, das es weltweit einzigartig macht.

Wer in Süd- und Mittelamerika Traumstrände und Surferkultur, Wildlife und Regenwald sucht, landet in der Reiseplanung schnell bei Costa Rica. Dabei liegt nur wenige Flugstunden weiter nördlich ein Land, das all diese Sehnsüchte ebenso bedient und zusätzlich ein einzigartiges Kulturerbe sowie eine aufstrebende Gastronomieszene in die Waagschale wirft: Guatemala.

5 besondere Erlebnisse in Guatemala 

1. Mit dem Vulkan als Nachtlicht campen

Rund 3km Luftlinie vom brodelnden Krater entfernt, auf 3.600 Metern, im Zelt: Der Acatenango-Trek bietet Guatemalas spektakulärste Übernachtungsmöglichkeit. Vom Hochlager aus blicken Besucher:innen direkt auf den Nachbarvulkan Fuego, der mehrmals pro Stunde Aschewolken ausstösst und nach Einbruch der Dunkelheit glühende Lavaströme über seine Flanken schickt. 

Guatemala gilt als "Land der 37 Vulkane", drei davon, Fuego, Pacaya und Santiaguito, sind dauerhaft aktiv: Der Santiaguito befindet sich seit seiner Entstehung 1922 in nahezu ununterbrochener Eruption und lässt sich bei einer Sonnenaufgangswanderung auf den Santa María beobachten. Wer es entspannter mag, wandert auf den Pacaya bei Antigua und röstet dort Marshmallows über noch warmem Lavagestein.

2. Ein Star-Wars-Rebellencamp erklimmen

Im Regenwald des Petén liegt Tikal, eine der mächtigsten Metropolen der Maya-Welt und seit 1979 UNESCO-Welterbe. Über dem Blätterdach ragen die Tempelpyramiden bis knapp 70m in die Höhe. Wer vor Sonnenaufgang zum Tempel IV aufsteigt, erlebt, wie Brüllaffen und Tukane den Dschungel zum Leben erwecken – und dabei jede Reisegruppe übertönen. Diese spektakuläre Kulisse diente George Lucas 1977 als Drehort für die Rebellenbasis in "Star Wars Episode IV – Eine neue Hoffnung". Die außerirdisch anmutende Landschaft und die historische, mystische Atmosphäre machten Tikal zum perfekten Filmset.

Wer sich eher als Indiana-Jones-Fan versteht und noch tiefer in den Dschungel eintauchen möchte, wandert mehrere Tage nach El Mirador. Dort erhebt sich mit La Danta eine der gewaltigsten Pyramiden der Maya-Welt, noch heute grösstenteils von Vegetation überwuchert.

3. Vulkankaffee und Maya-Kakao probieren

Antigua, die renommierteste Kaffeeregion des Landes, liegt eingebettet zwischen den Vulkanen Agua, Fuego und Acatenango, und genau das schmeckt man in der Tasse: Nährstoffreiche Vulkanasche verleiht den in über 1.500m Höhe wachsenden Bohnen der Klassifikation "Strictly Hard Bean" Noten von Karamell, Milchschokolade und Blüten. Huehuetenango, San Marcos und Acatenango bringen mit eigenem Mikroklima klar unterscheidbare Profile hervor. Erlebbar wird das bei Röstereibesuchen und Farmtouren

Noch weiter zurück reicht der Kakao: In Alta und Baja Verapaz, wo die Maya ihn einst als Währung und Ritualgetränk nutzten, führen Kakaobauern heute durch Ernte, Fermentation und Röstung, bevor in Werkstätten in Antigua Schokolade nach traditioneller Rezeptur entsteht.

4. Auf einem Maya-Markt einkaufen gehen

Chichicastenango  — Foto: INGUAT
Chichicastenango — Foto: INGUAT

Rund 42% der guatemaltekischen Bevölkerung identifizieren sich als Maya. Der Markt von Chichicastenango zieht donnerstags und sonntags Händler:innen aus der gesamten Region an; am nahen Hügel Pascual Abaj halten Maya-Priester bis heute Zeremonien für die gleichnamige Steingottheit ab. Zu den besonderen kulturellen Traditionen Chichicastenangos zählt zudem der "Palo Volador", bei dem sich Tänzer an einem hohen Holzpfahl befestigen und sich, an Seilen hängend, spiralförmig zur Erde drehen. 

In der Textilstadt Momostenango entstehen handgewebte Wolldecken nach überlieferter Technik, und in San Andrés Xecul prägen kunstvolle Huipil-Webmuster das Ortsbild. Ein Huipil ist die traditionelle, auf dem Rückengurtwebstuhl gewebte Bluse der Maya-Frauen. Ihre geometrischen und figurativen Motive aus Vögeln, Blüten und Rauten sind ortsgebunden; am Muster lässt sich ablesen, aus welcher Gemeinde die Trägerin stammt. Viele dieser Motive tragen kosmologische Bedeutung, und ein einzelnes Stück entsteht in monatelanger Handarbeit.

5. Einen Maya-Sprachkurs machen

In Guatemala werden bis heute 22 Maya-Sprachen gesprochen, und Reisende haben die Möglichkeit, eine oder mehrere dieser indigenen Sprachen kennenzulernen. Am Atitlán-See bieten Sprachschulen neben Spanisch auch Unterricht in K'iche', Kaqchikel und Tz'utujil an, häufig kombiniert mit Unterbringung in Gastfamilien. Guatemala ist eines der wenigen Reiseziele weltweit, die es ermöglichen, eine indigene Sprache dort zu lernen, wo sie auch im Alltag gesprochen wird.

Quelle und mehr Infos zu Guatemala: www.visitguatemala.gt