Schlosshotels & Herrenhäuser mit Geschichten

Wenn Hotels Geschichten erzählen, klingen manche wie Romane. Eine Suite, die ein Schauspieler mitgestaltet hat. Ein Sommerwochenende mit barockem Tanz im Burghof. Und ein Zimmer, in dem vier Generationen einer Familie gelebt haben – bis zuletzt. 

Drei Mitglieder der Schlosshotels & Herrenhäuser zeigen, dass die besten Hotelzimmer immer eine Geschichte haben – und die beginnt lange vor der ersten Buchung. 

Die Suite, die kein Hotel mehr ist

Über 20 Jahre lang kehrte Harald Krassnitzer für Dreharbeiten ins Altstadt Vienna am Spittelberg zurück – bis er aufgehört hatte, Gast zu sein. Er kennt die Menschen hinter dem Tresen, kocht einer verkühlten Putzfrau schon mal Tee, schenkt einer Servicedame ein Schutzengerl. Irgendwann fing er an, eigene Möbel mitzubringen. 

Jetzt trägt eine Suite seinen Namen: Harry K Room, gemeinsam mit Architekt Roland Nemetz gestaltet. Rote Wände im Schlafzimmer, ein postmoderner Wink-Sessel mit Mickey-Mouse-Ohren und eine Kuh von Dan Walker auf der Toilette. „In mein Zimmer zu kommen, fühlt sich an wie ein echtes Zuhause – wie eine Zweitwohnung, nur mit Zimmerservice", so Krassnitzer. www.schlosshotels.co.at/altstadt-vienna/

Workshop Barocker Tanz auf der Burg 

Seit dem 13. Jahrhundert thront sie über den Wäldern Mittelburgenlands Burg Bernstein, die höchstgelegene Burg der Region, seit 1892 im Besitz der Familie Almásy, deren bekanntester Spross László als Vorlage für „Der Englische Patient" in die Geschichte einging.  

Vom 21. bis 23. August 2026 lädt die Burg zum Workshop „Barocker Tanz“ mit Margit Legler. Gelernt wird vom Profi: Nach ihrer Tätigkeit als Tänzerin des Balletts der Wiener Staatsoper spezialisierte sich Legler in Historischem Tanz und Historischer Schauspielkunst. Die Choreographien gehen teilweise zurück auf „Tanzschriften“ des französischen Königs Ludwig XIV. Vorkenntnisse braucht es keine. Eine Burgführung sowie eine stilechte Tea Time komplettieren das Angebot. www.schlosshotels.co.at/bernstein/

Weitblick, Wein und vier Generationen

Im Schloss Kapfenstein in der Südoststeiermark ist das „Kaiserzimmer“ als neue Suite eröffnet worden – und wer eintritt, versteht sofort den Namen. Durch drei große Fenster schweift der Blick von Ost bis Süd über das Vulkanland bis Slowenien.

Darunter die Lagen des Weinguts Winkler-Hermaden: 37 Hektar auf steilen Hängen, biologisch-organisch, jede Traube per Hand gelesen. An den Wänden vier Kinderporträts – jedes gemalt, als das Kind vier war. Eva Winkler-Hermaden, die letzte Schlossherrin dieses Zimmers, lebte hier bis zu ihrem Tod im Jahr 2024. „Das Zimmer war das Zuhause meiner Großeltern", erzählt Gastgeberin Katharina Winkler-Hermaden. „Es war uns wichtig, diese Geschichte spürbar zu lassen." www.schlosshotels.co.at/kapfenstein/