Jerusalem: Pilgerstraße nun vollständig geöffnet
Der steingepflasterte Hauptweg aus der Zeit des Zweiten Tempels führte einst von der Siloah-Quelle hinauf zum Tempelberg und ließ auf seinem Weg zu den großen Festen Jerusalems Millionen Pilger:innen die ursprüngliche Hauptstraße passieren. Die vollständige Öffnung der Straße zählt zu den bemerkenswertesten archäologischen Ereignissen im Heiligen Land.
Die Ausgrabungen entlang der Route zeichnen ein lebendiges Bild vom antiken Alltag. Gefundene Münzen, Händlergewichte und ein Stein-Messtisch belegen eine intensive kommerzielle Nutzung. Es scheint, als wäre die Straße eine pulsierende Marktstraße mit Läden und Verkaufsständen auf beiden Seiten gewesen, auf der Händlerinnen und Händler die Pilgerströme Richtung Tempelberg begleiteten, wie das Staatliche Israelische Tourismusbüro mitteilt.
Neue Funde und Erkenntnisse
Direkt unter dem Pflaster offenbarte sich eine zweite Ebene der Geschichte: Forschende entdeckten einen ausgedehnten Wasserkanal, der während des Großen Aufstands zu einem Versteck wurde. In diesem unterirdischen Gang kamen eindrucksvolle Fundstücke ans Licht, darunter Küchengefäße, Ton-Öllampen, Hunderte antike Münzen und sogar das Schwert eines römischen Soldaten, allesamt greifbare Zeugnisse der dramatischen letzten Phase Jerusalems vor der Zerstörung durch die Römer.
Auch die Forschungsperspektive hat sich verändert. Entgegen früheren Annahmen, nach denen das Viertel Wohnort arbeitender Familien war, zeigen neue Hinweise, dass hier die wohlhabende Elite Jerusalems lebte. Noch überraschender ist, dass aktuelle Studien darauf hindeuten, dass ausgerechnet Pontius Pilatus, der römische Statthalter, als Initiator des Bauprojekts infrage kommt und nicht, wie lange vermutet, König Herodes.
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