In Laufschuhen durch Afrikas Naturwelten
Laut UN Tourism entfallen bereits rund 10 Prozent der weltweiten Tourismusausgaben auf den Sporttourismus. Tendenz stark steigend. Außergewöhnliche, neue Destinationen gewinnen dabei an Attraktivität, wobei der afrikanische Kontinent mit einer Kombination aus spektakulären Landschaften, authentischen kulturellen Begegnungen und professionell organisierten Sportveranstaltungen, die nicht überlaufen sind, punkten kann. Die Sportevents schaffen zudem wirtschaftliche Impulse und fördern ländliche Gemeinden, Naturschutzprojekte sowie die touristische Entwicklung ganzer Regionen.
Südafrika: Marathons mit Strahlkraft
Der Comrades Marathon in KwaZulu-Natal, laut Guinness World Records der älteste und größte Ultramarathon der Welt, zog 2025 mehr als 22.000 Läufer:innen in den Regionen Durban und Pietermaritzburg an.
Auch Kapstadt gehört zu den Hotspots für internationalen Marathon-Tourismus. Der Cape Town Marathon steht als erstes Lauf-Event in Afrika kurz vor der Aufnahme in die renommierte Serie der World Marathon Majors und verzeichnet eine stetig steigende Zahl internationaler Teilnehmer:innen. Insgesamt fanden in Südafrika 2025 nicht weniger als 138 Marathon- und Ultralaufveranstaltungen statt. Im Rahmen der großen Lauf-Events werden auch kürzere Distanzen angeboten, die den Fokus auf Community und gemeinsames Erleben legen, wie etwa der fünf beziehungsweise zehn Kilometer lange Peace Run in Kapstadt.
Kenia, Tansania und Uganda: Ausdauersport, Naturschutz und soziale Wirkung
Sowohl der ForRangers Ultra als auch der Lewa Safari Marathon kombinieren in Kenia anspruchsvolle Strecken mit Wildtierschutz und Safari-Erlebnissen. Während der 230 Kilometer lange ForRangers Ultra durch fünf Wildschutzgebiete in der Laikipia-Region am Fuß des Mount Kenya führt und 2025 rund 150.000 Euro für Ranger- und Tierschutzprojekte generierte, verläuft der Lewa Safari Marathon durch ein aktives Nashornschutzgebiet, dessen Arbeit vom Erlös des Rennes unterstützt wird.
Auch die ländlichen Gemeinden profitieren von den Aktivtouristen. So arbeiten beispielsweise die Organisatoren des Kilimanjaro Marathons in Tansania mit Community-Projekten in der Umgebung des ikonischen Berges zusammen.
Im Nachbarland Uganda zeigt der Rwenzori Marathon, wie neue Sportveranstaltungen touristische Impulse in bisher wenig erschlossenen Regionen setzen können. Die Strecke verläuft durch Gemeinden rund um das Rwenzori-Gebirge und ermöglicht eindrucksvolle Naturerlebnisse in einer der landschaftlich reizvollsten Regionen Ostafrikas.
Angola: Durch unberührtes Terrain
Auch weniger bekannte Destinationen beginnen, Sport-Events gezielt für die Tourismusentwicklung zu nutzen. In Angola gewinnt insbesondere der Meia Maratona da Paz in Luanda an Bedeutung, ein Halbmarathon, der den Frieden im Land feiert und zunehmend internationale Teilnehmende anzieht. Im malerischen Hochland von Huíla gehört der Água da Chela Lubango Halbmarathon zu einem der landschaftlich beeindruckendsten Laufereignissen des Landes.
Trailrunning im Iona National Park bietet extrem abgelegene, raue Wüstenerlebnisse in einer der ältesten Wüsten der Welt. Bisher fanden hier vor allem Trailrunning-Testläufe für Ranger statt, doch die Naturschutzorganisation African Parks will zukünftig organisierte Outdoor-Angebote auch für Besucher:innen zugänglich machen. Der 15.000km2 große Park im Norden der Namib ist geprägt von Sanddünen, felsigen Ebenen, uralten Welwitschia-Pflanzen und einer beeindruckenden Küstenlandschaft.
Trekking als besondere Naturerfahrung
Neben organisierten Lauf-Events wächst auch die Nachfrage nach individuellen Trekking- und Outdoor-Erlebnissen auf Afrikareisen. Die Besteigung des Kilimandscharo in Tansania zählt weiterhin zu den legendärsten Aktivreisen Afrikas und zieht jedes Jahr tausende internationale Besucher:innen an.
In vielen Regionen Ost- und Südafrikas werden Trekking-, Trailrunning- und Mehrtageswandertouren Teil nachhaltiger touristischer Angebote, die Naturerlebnis, lokale Wertschöpfung und kulturelle Begegnungen miteinander verbinden.
Mehr Infos: voice4africa.com


