Japans Naturlandschaften zeichnen sich durch eine beeindruckende Vielfalt aus, in 34 Nationalparks stehen sie unter besonderem Schutz. Zusammen mit 56 Quasinationalparks und 306 Präfektur-Naturparks unterstreichen sie die Initiativen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz in Japan. Zwei Nationalparks liegen in der Region Setouchi und laden zu unvergleichlichen Naturerlebnissen ein.

Dem Meer verbunden – Setonaikai National Park

Zu den drei ältesten japanischen Nationalparks zählt der Setonaikai National Park, der schon 1934 eröffnet wurde. In der Region Setouchi gelegen umfasst der Park auf 900.000 Hektar das Seto Binnenmeer samt seiner rund 3.000 Inseln und ist damit der größte Nationalpark Japans. Inseln, Küsten, und das Meer mit seinen Gezeiten und Strömungen schaffen ständig wechselnde Landschaftsbilder.

Idyllische weiße Strände im Schatten von Schwarzkiefern, die berühmten Naruto-Strudel, die durch die starken Gezeitenströmungen entstehen oder der Sonnenuntergang vom Berg Washu aus, der als einer der 100 schönsten Sonnenuntergänge Japans gilt. Der Ausblick über Inseln und Meer ist zu jeder Tageszeit ein Erlebnis.

Zu den Besonderheiten der Tierwelt im Setonaikai National Park gehören die urzeitlichen Pfeilschwanzkrebse und der Finnenlose Schweinswal. Dass sich diese seltene Tierart wieder in den Gewässern von Setouchi heimisch fühlt, ist den ausdauernden Naturschutz-Bemühungen der Setonaikai Ecotourism Association zu verdanken. Auf geführten Touren können die Tiere beobachtet werden.

In diesem freundlichen Landstrich, der seinem Beinamen „Land des schönen Wetters“ alle Ehre macht, leben die Menschen mit und von dem Meer. Eindrücklich veranschaulicht das eines der berühmtesten Kulturdenkmäler Japans. Der Itsukushima-Schrein auf der Insel Miyajima ist seit 1996 ein UNESCO Weltkulturerbe, die Ansicht seines im Meer stehenden Torii vor dem Berg Misen ist eines der drei Nihon Sankei, Japans landschaftlich reizvollste Orte.

Mal wild, mal lieblich – Ashizuri-Uwakai-Nationalpark

Der Ashizuri-Uwakai-Nationalpark in der Region Shikoku wurde 1972 gegründet und erstreckt sich auf rund 11.200 Hektar über Küsten, Inseln und Meeresgebiete im Südwesten von Shikoku sowie über Binnenlandschaften mit bis 1.000 Meter hohen Bergen. In den warmen Fluten, die der schnellfließende Japanstrom aus dem Süden heranführt, gedeiht eine subtropische Unterwasser-Fauna und -Flora mit bunten, artenreichen Korallenriffen.

Die Marine Park Zone vor dem Strand von Tatsukushi ist zum Beispiel eines der Paradiese für Taucher und Schnorchler. Hohe, steile Klippen prägen die Küste im Gebiet von Ashizuri, während in Uwakai sanfte Buchten und viele Inseln typisch für eine im Meer versunkene Küste sind.

Bekannte Sehenswürdigkeiten sind die bizarren Sandsteinformationen in Tatsukushi, die so fantasievolle Namen wie großer Bambus und kleiner Bambus oder die tausend Frösche tragen oder der schroffe Kannon-iwa Felsen. Mit weißem Sand und grünen Pinien lockt der 1,5 Kilometer lange Oki Strand, ein beliebter Surfspot.

Dass Wasser stärker ist als der härteste Granit, zeigt die Nametoko Schlucht mit dem vom Shimanto-Fluss glattgeschliffenen Flussbett und einer Reihe von Wasserfällen.

Nachhaltig wohnen, traditionell baden

Seit über 1000 Jahren suchen Menschen Entspannung und Heilung im Dogo Onsen in Matsuyama, dem ältesten Onsen Japans. In Yukatas gehüllt spazieren die Badegäste in das öffentliche Badehaus aus dem 19. Jahrhundert. Erst muss man sich gründlichst einseifen und abschrubben, bevor man ins heiße Wasser eintauchen darf. Ein Badeerlebnis, das unbedingt zur Japan-Erfahrung gehört.

Im Oktober 2019 wurde in nächster Nähe das Hotel Kowakuen Haruka als erstes Null-Energie-Gebäude in der Präfektur Ehime eröffnet. Das Hotel nutzt eine Kombination aus sauberen Energiequellen wie Wärmepumpe und Sonnenenergie. Es verfügt über mehrere Thermalbecken, darunter ein Freiluft-Thermalbad im obersten Stockwerk, das eine großartige Aussicht über die Stadt Matsuyama bietet. Wie in einem Ryokan üblich wird abends ein mehrgängiges, kunstvoll angerichtetes Kaiseki-Menü serviert. Die Gäste können zwischen westlich eingerichteten Zimmern und Räumen im japanischen Stil wählen. Neben den Badefreuden sollten Reisende auf jeden Fall einen Besuch der berühmten Burg Matsuyama einplanen, die in der Edo-Zeit erbaut wurde.

Weitere Informationen zu Setouchi: setouchitrip.com