Reise- und Videojournalist Claudius Rajchl hat die längste Zipline der Welt im Emirat Ras Al Khaimah für reisetipps und tip-online.at getestet. Er berichtet, wie es ihm dabei ergangen ist:

Ras Al Khaimah - Zip-Line im Test

Dubai mag den höchsten Turm der Welt haben, aber das noch recht unbekannte Emirat Ras Al Khaimah hat den höchsten Berg der Emirate und die längste Zip-Line der Welt. Nichts wie hin! Mit dem österreichischen Emirate-Spezialisten enjoy Reisen und der Ras Al Khaimah Tourism Development Authority teste ich das ultimative Abenteuer. Schon die Fahrt in die Berge ist ein Erlebnis – eine perfekt ausgebaute kurvige Straße (ideal für Motorradfans), interessante Stein-Formationen, einige davon so rosarot, dass sie mich an die jordanische Nabatäer-Stadt Petra erinnern. Kunstwerke der Natur.

Aber wir wollen steil bergauf: Die Adventure-Firma Toro Verde aus Puerto Rico hat auf dem Jebel Jais, dem höchsten Berg der Emirate, ihren eigenen Rekord gebrochen und eine imposante Segelkonstruktion und eine 1,8 Kilometer lange Seilbahn errichtet. Wobei bei dieser Bahn die Menschen zur Gondel werden. Rund 25.000 Besucher haben dieses einzigartige Erlebnis seit der Eröffnung im Februar 2018 bereits genossen.

Haarnetz als Frisuren-Schutz?

Und jetzt bin ich dran. Die Spannung steigt, als mich ein Betreuer darauf vorbereitet, zu meiner eigenen Gondel zu werden: Ein Haarnetz auf meine schüttere Haarpracht (zum Schutz der Frisur?), allerlei Seile und Karabiner um den Körper und eine ziemlich schwere Schürze. (Knautschzone??) Da ist es schon beruhigend zu lesen, dass die Plattform 2.250 Kamele aushält. Gut. Das wird sich ausgehen.

Es folgt eine Einschulung: „Keine Angst, wenn Sie kurz stehen bleiben, Sie werden rechtzeitig vor der Zwischen-Station zu Ihrer Sicherheit abgebremst, dann ziehen wir Sie mit einem Seil auf die Plattform, wir sorgen dafür, dass nichts passiert.“ „I’m ready!“, schreit die Gondel auf Zeit Und schon werde ich in Schieflage gebracht und aufs Seil gehängt. „Are you ready?“ ruft der Seilbahn-Mann. „Yes!!!!“ schreit die Gondel auf Zeit, ziemlich aufgeregt. Und dann geht’s los und – erstaunlich rasch tritt Entspannung ein, denn so sehr die Vorbereitungen die Nerven belastet haben, so sehr kann ich den Flug jetzt genießen.

Fliegen und Freiheit – das haben schon viele besungen, und das fühlt sich für mich auch dann nicht anders an, wenn kein Gehäuse um mich herum ist. Lustig: Das Geräusch klingt wie ein Jet, aber ich gleite ruhig unterm Seil dahin und stelle fest: Im Flug macht mir die Höhe weniger Probleme als wenn ich von einer hohen Terrasse aus in die Tiefe blicke. Erstaunlich rasch bin ich bei der Zwischenstation gelandet. Der zweite Teil der Reise erfolgt quasi im Sitzen, vorher werde ich von der Schürze befreit und fliege quasi als Leichtgepäck ins Ziel. Fazit: „Mein erster Flug in der längsten Zip-Line der Welt war ruhiger als in so manchem Jet.“

Mehr Infos: www.rajchlreist.tv www.SN.at/rajchlreist