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Eislaufen in České Budějovice — Foto: Stefan Zwickl
Eislaufen in České Budějovice — Foto: Stefan Zwickl
Jindrichuv Hradec — Foto: Stefan Zwickl
Jindrichuv Hradec — Foto: Stefan Zwickl
Český Krumlov — Foto: Stefan Zwickl
Český Krumlov — Foto: Stefan Zwickl
Jindrichuv Hradec — Foto: Stefan Zwickl
Jindrichuv Hradec — Foto: Stefan Zwickl

Weihnachtlicher Kurzurlaub in Südböhmen

Südböhmen ist auch noch vor Weihnachten eine (kurze) Reise wert. Malerische Landschaften, interessante Museen, Burgen und Schlösser sowie natürlich romantische Weihnachtsmärkte locken. Und ab 11. Dezember 2022 gibt es mit dem Silva Nortica eine weitere direkte Bahnverbindung entlang der Franz-Josefs-Bahn. Von Stefan Zwickl

Zentrum und größte Stadt Südböhmens ist Budweis (České Budějovice). Bekannt für elegante Bürgerhäuser, die einen der größten Marktplätze Europas säumen, das märchenhafte spätgotische Haus Solnice (errichtet 1531) sowie ein ausgezeichnetes Brauhaus, in dem das weltbekannte Budweiser-Bier gebraut wird, 1,8 Millionen Liter jährlich, wie man bei einer Führung durch die Brauerei erfahren kann.

Auf dem weitläufigen Hauptplatz gibt es noch bis 31. Dezember 2022 einen Adventmarkt mit dutzenden Holzständen mit allerlei Weihnachtssortiment, Geschenken, Kulinarik, Punsch, Met, Baumkuchen und weitere in dieser Jahreszeit in Südböhmen beliebte Getränke sowie Delikatessen zu entdecken. Der Budweiser Advent besticht neben Ständen mit traditionellem Handwerk und in Handarbeit hergestellten Produkten auch mit einem abends schön beleuchteten Eislaufplatz rund um den Samson-Brunnen mitten auf dem Marktplatz.

Schönstes Schloss in Tschechien

Nur wenige Kilometer nördlich von Budweis liegt Hluboká nad Vltavou. Das Schloss Hluboká (Frauenberg) an der Moldau ist ein ideales Ausflugsziel für Geschichtsliebhaber. Es verdankt seine heutige Gestalt dem Geschlecht der Schwarzenbergs und wird oft als schönstes Schloss in Tschechien angeführt. Und es ist eines von zwei Schlössern, die in Südböhmen auch im Winter geöffnet haben. Bei einer Führung kann Einsicht in die privaten Gemächer und die prunkvollen repräsentativen Säle mit geschnitzten Wandtäfelungen, Kasettendecken, eleganten Möbeln, Kristalllustern und reichhaltigen Sammlungen von Bildern, Porzellan und Gobelinen der Familie Schwarzenberg genommen werden.

Auf keiner Reise durch Südböhmen fehlen darf ein Abstecher nach Český Krumlov. Die von Mäandern der Moldau umgebene malerisch schöne Stadt im UNESCO-Weltkulturerbe war in der Vergangenheit Herrschersitz zahlreicher mächtiger böhmischer Adelsgeschlechter. In Böhmisch Krumau können Spaziergänge durch die engen Straßen derzeit bei angenehmen Bedingungen unternommen werden, ohne die üblichen Touristenmassen, die sich im Sommer oft hier durchwälzen. Auch hier ist am Hauptplatz ein altböhmischer Adventmarkt mit Ständen mit vielen duftenden Leckerbissen zu finden. Noch bis 1. Jänner 2023 warten hier Weihnachtskonzerte und ein traditionelles Weihnachtsprogramm: gemeinsames Anzünden der Kerzen auf dem Weihnachtsbaum, Weihnachtslieder, Weihnachtsfahrten auf dem Floß oder die Christkindlpost.

Josef Seidel: Foto-Chronist von Südböhmen

Ein Besuch lohnt sich jedenfalls auch im Fotoatelier Josef Seidel. In dem alten Jugendstilhaus aus dem Jahr 1905 scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Fotografen Josef und František Seidl gelten als visuelle Chronisten Südböhmens. Die Ausstellung im Atelier umfasst tausende Glasnegative, historische Fotoapparate sowie Bilder aus der Chronik des tschechisch-deutsch-österreichischen Grenzgebietes zur Zeit der Wende vom 19. und zum 20. Jahrhundert.

Die Schönheit von Český Krumlov hat auch Egon Schiele zu schätzen gewusst, der sich in der Geburtsstadt seiner Mutter 1911 niederlassen wollte. Die Zuneigung wurde von den konservativen Stadtbewohnern damals jedoch nicht erwidert und die ausschweifende Art des expressionistischen Malers sowie die freizügigen weiblichen Modelle, die hier gemalt wurden, erregten bald so viel Aufmerksamkeit, dass er nach wenigen Monaten aus der Stadt wieder hinauskomplimentiert wurde. Im Egon Schiele Art Centrum sind zahlreiche hier entstandene Werke des berühmten Vertreters der Wiener Moderne zu sehen sowie wechselnde Ausstellungen zu anderen Künstlern.

Lohnenswert ist auch ein Besuch von Schloss Krumau. Im architektonisch imposanten Denkmal, das sich stolz oberhalb der Stadt erhebt, ist die bauliche Entwicklung vom 14. bis zum 19. Jahrhundert eindrucksvoll erhalten geblieben. Vom sechsstöckigen Renaissance-Turm aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf die gesamte Stadt mit dem S-förmigen Verlauf der Moldau. Eine Sehenswürdigkeit ist auch das barocke Schlosstheater mit kompletter Original-Ausstattung.

Weltgrößte mechanische Krippe in Jindrichuv Hradec

Ein elegantes Schloss im Renaissancestil ist seit Jahrhunderten auch das Wahrzeichen von Jindřichův Hradec (Neuhaus) mit seiner original erhaltenen Rauch-Küche, in der bei Veranstaltungen Speisen zubereitet und verkauft werden. Im Regional-Museum mit einigen interessanten Räumen zur Geschichte der Region befindet sich auch die einzigartige Krýza-Krippe, die im Guinnessbuch als die größte mechanische Weihnachtskrippe der Welt zu finden ist. Erschaffen vom Neuhauser Strumpfmachermeister Tomáš Krýza in mehr als 60 Jahren Arbeit enthält die Weihnachtskrippe 1.398 Menschen- und Tierfiguren, davon sind 133 beweglich.

Zu den malerischsten Landschaften Tschechiens gehört die bezaubernde Region um Třeboň (Wittingau). Die romantische Natur wird hier schon seit dem 14. Jahrhundert behutsam von den Menschen gehegt und gepflegt. So entstanden mehr als 6.000 Teiche, zahlreiche kleine Inseln und geheimnisvolle Sümpfe und Moore. Das Landschaftsschutzgebiet Třeboňsko gehört zu den UNESCO-Biosphärenreservaten und es lohnt sich, eines der zahlreichen Fischrestaurants aufzusuchen, in denen köstliche lokale Karpfen, Zander oder Wels serviert werden.

Das Renaissance-Schloss Třeboň ist ebenso wie jenes in Hluboká im Winter für Besucher geöffnet und bietet von der Herrschaft der Rosenberger über die Alchemiewerkstatt aus der Zeit von Kaiser Rudolf II. bis zu den privaten Suiten der Familie Schwarzenberg viel Sehenswertes.

Bequem mit dem neuen Silva Nortica anreisen

Für eine besonders umweltfreundliche Anreise nach Südböhmen sorgt mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 eine neue Zugverbindung. Erstmals seit 26 Jahren gibt es mit dem „Silva Nortica“ wieder täglich eine Verbindung vom Franz-Josefs-Bahnhof in Wien über Gmünd nach Prag und retour. An Wochenenden sind sogar jeweils zwei Züge am Fahrplan, die die Strecke nach dem Vorbild des ehemaligen Zuges „Vindobona“ mit Stationen in Spittelau, Heiligenstadt, Tulln, Eggenburg, Sigmundsherberg, Göpfritz, Schwarzenau, Vitis und Gmünd durchs Waldviertel, und weiter auf tschechischer Seite von Ceske Velenice über Třeboň und Veselí nad Luznici nach Tabor bis rauf nach Prag fahren. 

Reiseinformationen

Tschechische Zentrale für Tourismus – CzechTourism: www.visitczechrepublic.com

Facebook: www.facebook.com/czechrepublic.de
Instagram: www.instagram.com/visitczechrepublic_de/ 

Fotos: Stefan Zwickl

Foto: Dieter Putz

Dieser Artikel wurde verfasst von:

Stefan Zwickl lernte das journalistische Handwerk bei der Kronen Zeitung und war danach leitender Redakteur beim Echo Medienhaus. 2008 gründete er seine eigene Kommunikationsagentur „aktuell PR“. Seiner großen Passion des Reisens folgt der Wiener gerne auch als freier Journalist für den Profi Reisen Verlag.

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