Anerkannt durch die UNESCO wurde der Flamenco offiziell als „Immaterielles Kulturerbe der Menschheit“ geadelt. Neben Sonne und Meer, dem traumhaften Hinterland und reicher Geschichte zählt auch der Flamenco zum touristischen Potential Andalusiens. Neue Initiativen sollen dieses Kulturerbe in den Vordergrund stellen. So wurde heuer im Juni erstmals das „Internationale Flamenco & Kultur Forum“ ins Leben gerufen.

Granada - Wiege des Flamenco

Als optimaler Austragungsort bot sich Granada, fand doch zugleich auch das alljährliche „Festival de Granada“ statt. Ein Großteil der Geschichte des Flamenco spielt in Granada. Flamenco hat sich über Jahrhunderte aus Einflüssen verschiedenster hier ansässiger Völker entwickelt. Als eigene Kultur anerkannt wurde der Flamenco vor genau hundert Jahren, auf Initiative des Dichters Federico García Lorca und des Komponisten Manuel de Falla, die erstmals Flamenco-Wettbewerbe ausriefen. Der „Concurso Nacional de Arte Flamenco“ zählt bis heute zu den kulturellen Höhepunkten in Andalusien.

Zauber der Alhambra

Granada präsentiert sich in unterschiedlichen Facetten, spürbar ist das maurische Erbe, besonders im hügeligen Stadtviertel Albaicín mit engen Gassen und kleinen Gärten – hier ist auch die namhafte „Platería“, der älteste Flamenco-Club Spaniens, beheimatet – noch weiter oben findet man sich dann im pittoresken Viertel Sacromonte mit den traditionellen Höhlenwohnungen wieder. Sacromonte gilt als Epizentrum des Flamenco, die Bewohner sind stolz darauf, sich „Gitanos“ zu nennen und Flamenco im Blut zu haben. Und über allem thront der imposante Festungsberg mit der monumentalen Alhambra, architektonisches Meisterwerk maurischer Baukunst und meist besuchtes Weltkulturerbe. Die weitläufige Palastanlage mit duftenden Gärten und plätschernden Fontänen entführt in eine magische Zauberwelt aus 1001 Nacht.

Weiße Dörfer und bunte Blütenpracht

Lohnenswert ist auch ein Ausflug in die weitere Umgebung: La Alpujarra nennt sich die urige Naturlandschaft mit teilweise schroffen Bergen und steilen Schluchten, kleine weiße Dörfer kleben wie Schwalbennester an den Hängen. Auf 1.432 Metern ist Capileira das höchst gelegene Dorf und beeindruckt mit einem fantastischen Panoramablick über die Dreitausender-Gipfel der Sierra Nevada. Zu den schönsten Dörfern der Alpujarra zählt Pampaneira: Üppige Blumenpracht schmückt die schmalen Gassen und stillen Patios, als bunter Kontrast zu den blendend-weißen Mauern. Musik liegt in der Luft, hier ein Gitarrenspieler, dort eine Gesangstimme aus dem Fenster – und in der Dorfkirche findet sogar eine Flamenco-Messe statt.

INFORMATIONEN

Spanisches Fremdenverkehrsamt: www.spain.info/de/ region/andalusien
Andalusien & Flamenco: www.andalucia.org/de/flamenco Tipp: Tickets für die Alhambra unbedingt vorab reservieren!

Die Autorin war auf Einladung des Spanischen Fremdenverkehrsamtes in Andalusien unterwegs.