Tag 1: Bologna – Polesella: La bella vita

Erst vor wenigen Monaten wurde die „S.S. La Venezia“ von der Reederei übernommen, um nun nach ihrer Umgestaltung zum „Super Ship“ als Novum im Luxussegment Flussreise-Fans zu begeistern. Ich darf mich auf der Venedig-Route in Polesella anschließen. Schon beim Einchecken – unter Vorlage eines negativen PCR-Tests – pures Gänsehautfeeling: Die Atmosphäre an Bord reflektiert „la bella vita“, jeder Winkel eine Hommage an die italienische Lebensart, inspiriert durch Architektur, Kunst, Mode und weltberühmte Küche. Das Crew-/Gästeverhältnis beträgt im Normalbetrieb schon ungewöhnliche 1:2,3 – bei dieser Reise im kleinen Kreis ist es noch exklusiver. Egal ob in der Panini – oder Hari’s Bar, in einem der drei Restaurants oder am weitläufigen Sonnendeck, überall werden den Gästen die Wünsche buchstäblich von den Lippen gelesen. Man wäre fast geneigt, die das Schiff nicht mehr zu verlassen.

Tag 2: Chioggia – Burano: Die Qual der Wahl

Dazu ist die Route allerdings zu erlesen und allein der erste Ausflug am nächsten Morgen in die kleine Fischerstadt Chioggia viel zu verlockend: Unser Guide führt uns durch die mittelalterliche Altstadt am Wasser, zum überschaubaren Hafen und bringt uns in Kontakt mit Markthändlern. Mein Fazit: Es ist zwar geschäftig, aber in jedem Fall eine lohnende Alternative zum oft überlaufenen Venedig. Mein persönliches Highlight wird aber das malerische Burano sein, das wir in der kommenden Vollmondnacht erreichen werden. Gut gestärkt wird es dann nochmals von Bord auf Erkundungstour gehen. Doch davor die Entscheidung: ins Hauptrestaurant zum 5-gängigen Menü, zum Italiener oder lieber ins Cielo’s auf eine Pizza? Egal, Hauptsache All-Inclusive, denn das macht die Luxus-Flussreisen von Uniworld so vielseitig.

Tag 3: Burano: Aller guten Dinge sind drei

Vor der Wahl stehen die Gäste auch am nächsten Morgen, denn es gilt, zwischen Ausflügen nach Torcello, Mazzorbo oder Burano zu entscheiden. Nach der zauberhaften Vollmondnacht in Burano beschließe ich, die farbenfrohen Häuser nochmals bei Tageslicht zu besichtigen. Und weil morgen eine lange Erkundungstour in Venedig bevorsteht – wer die Stadt kennt, weiß: ob der labyrinthartigen Wege mindestens doppelt so viel Zeit einplanen! – ist für den Rest des Tages das Schiff selbst mein Programm. Ein kleines Workout im Fitness-Raum, eine Yoga-Einheit mit Peter und anschließend Relaxen im Serenity River Spa sowie Sonnenbaden am leeren Sonnendeck.

Tag 4: Venedig: Das Feeling zählt

Wieso jemals anders nach Venedig reisen als per Schiff? Sich an Bord der „Serenissima“ zu nähern, am Canal Grande vorbeizuziehen, ist immer wieder ein unvergessliches Erlebnis. Da ich Venedig recht gut kenne, nutze ich eines der Ausflugsprogramme: „Mach es wie ein Einheimischer“, „Rialto mit Casanova“ oder „Maskenatelier Macana“ versprechen authentische Erlebnisse und werden sonst nirgends geboten. Gut, dass wir über Nacht anlegen, denn trotz der vielen Exkursionsmöglichkeiten muss noch ein Stopp am Markusplatz eingeplant sein! Coronabedingt ist die Leere hier unheimlich und magisch zugleich. Dieser erfüllte Tag fordert aber noch einen krönenden Abschluss. Passend zur Route lässt sich Uniworld es nicht nehmen, den Gästen auch abends das dolce vita zu vermitteln. So schwelgen wir nach dem Farewell Dinner in den berühmtesten Arien von Verdi, Puccini und Rossini bei einer Live-Aufführung an Bord. Wenn ich nicht bereits ein großer Fan von Flussreisen wäre, hätte diese Reise mich dazu gemacht. Aufregend, lebendig und entspannend, statt verstaubt, elitär und gezwungen!

KOMPAKT

S.S. LA VENEZIA
Fahrgebiete: Po, Lagune von Venedig
Länge: 110 m, Breite: 11,4 m
Gäste: max. 126, Crew: 42
• Suiten-Größe: 14m² – 28m²

Sandra Zurek war auf Einladung von Uniworld unterwegs.