Zugegeben, die aktuellen Einreisebestimmungen bereiten einigen Aufwand, vorab Online Check-In ist unbedingt empfohlen, dabei ist - je nach Airline - auch noch eine digitale Dokumentenprüfung nötig, bei Umsteigeverbindungen zusätzlich eine Einreiseanmeldung des Transitlandes. Für die Einreise nach Madeira ist die Registrierung auf madeirasafe.com erforderlich. Dass im gesamten Flughafenbereich und während des Fluges eine FFP2-Maske verpflichtend getragen werden muss, ist ohnehin bekannt. Dank der gut vorbereiteten Dokumente gehen am Zielort die Einreise-Kontrollen zügig voran. Maskenpflicht ist auch im Bus, der mich samt zwei weiteren Mitreisenden in 20-minütiger Fahrt nach Funchal zum Hotel bringt – aber das alles nimmt man gern in Kauf, um endlich wieder am Meer zu sein!

Endlich wieder am Meer

Der Auftakt könnte nicht besser sein, auf freundliche Einladung des Madeira Promotion Bureaus lernen wir gleich einen Insider-Tipp kennen: Eine Seilbahn, die lediglich mit einer Gondel bestückt ist, führt senkrecht zum Fuße der steilen Klippe, wo sich - gleich einer Oase - wunderbare Gärten mit Gemüse und Obst, Mangobäumen und Bananenplantagen ausbreiten, dazwischen wuchern – fast wie Unkraut – die herrlichsten Blumen, für die Madeira berühmt ist. Faja dos Padres nennt sich dieses familiengeführte kleine Paradies. In der dazugehörigen Taverne am Strand genießen wir die frische Meeresluft und die lokale Spezialität: Espada (Degenfisch) mit Banane, Maracuja-Soße und Madeirawein.

Natur pur

An den folgenden Tagen erkunden wir die vielfältigen Seiten und Attraktionen der Insel. Eine Jeep-Tour führt über abenteuerliche Wege bis zum schroffen Pico do Ariero, mit 1.810m dritthöchster Gipfel Madeiras, dann weiter durch duftende Eukalyptuswälder und bis zum urzeitlichen Laurisilva, dem UNESCO-geschützten Lorbeerwald. Besonders begeistert hat die wunderschöne Wanderung mit Guide Fabio durch die Levada do Alecrim, an deren Ende die märchenhafte Lagune Dona Beja mit dem 12m hohen Wasserfall für Erfrischung sorgt. Ein Must ist auch die Seilbahnfahrt nach Monte mit dem Besuch im großartigen Tropical Garden, der Einkehr in die Kirche „Unserer lieben Frau von Monte“ mit dem Grabmal des letzten österreichischen Kaisers Karl I. Danach: die rasante Korbschlittenfahrt zurück in die Stadt. Wie reichlich die Natur die Menschen auf Madeira versorgt, wird am Mercado dos Lavradores, dem zentralen Markt, deutlich: alles Gemüse ist hier größer und üppiger, die buntesten exotischen Früchte sind appetitlich aufgetürmt und laden zur Verkostung. Und natürlich die prachtvollen Blumen, die von Frauen in bunter Tracht feilgeboten werden – ein Genuss für die Sinne!

Aktivitäten & Tipps

Mercado dos Lavradores: Funchals zentrale Markthalle offenbart die Fülle an exotischen Früchten und Gemüsesorten, die auf der überaus fruchtbaren Insel gedeihen, in der Fischhalle sind fangfrischer Espada (Degenfisch) und riesige Thunfische zu bestaunen. Viele der wunderschönen Blumen sind auch als Setzlinge oder Knollen käuflich

Blandy's Wine Lodge: Die renommierte Weinkellerei in Funchals Altstadt birgt ein sehenswertes Wein-Museum, wo man nicht nur die verschiedensten Sorten verkosten kann, sondern auch viel über die Herstellung der edlen Tropfen erfährt

Monte Palace Tropical Garden: Eine „Reise zwischen Himmel und Erde“ verspricht die Fahrt mit der Gondelbahn zum Monte, und es ist tatsächlich ein Erlebnis, über die Häuser und Gärten zu schweben. Oben besucht man den Tropischen Garten, die nahe Kirche „Unserer lieben Frau von Monte“ mit dem Grabmal des letzten österreichischen Kaisers Karl I - und dann quasi obligat – per Korbschlitten rasant bergab

Tea Time im Reid's: Im legendären Grandhotel sind schon illustre Gäste wie Winston Churchill, George Bernard Shaw und auch die österreichische Kaiserin Sisi abgestiegen. Um das Flair dieser Epoche samt der fantastischen Aussicht zu genießen, kann man hier „Very British Teatime“ zelebrieren (täglich 15.00-16.30h, Reservierung nötig, Dresscode!)

Levada-Wanderungen: Ganze 1400 Kilometer erstrecken sich die Levadas, handgeschaffene Wasserkanäle, die Wasser von den Quellen zu den tiefer gelegenen Feldern und Bewohnern bringen. Entlang dieser Wasserwege kann man wunderbar wandern, über 30 gut markierte Wege führen über die Insel, von leicht bis anspruchsvoll. Beste Jahreszeit: Frühjahr und Herbst, geführte Wanderungen empfohlen.

Jeep-Tour: Um die Insel in ihrer Vielfalt und wilden Schönheit zu erleben, empfiehlt sich eine Offroad-Tour. In Höhen bis zu 1800 m zeigt die Insel ihre schroffe Seite, in blumenübersäten Tälern und dem urzeitigen Laurisilva, dem endogenen Lorbeerwald, ihre reiche Flora. Besonders stimmungsvoll sind Fahrten in die Berge zum Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang.

Porto Santo: Die größte Attraktion der kleinen Nachbarinsel ist der 9 km lange, goldgelbe Sandstrand. Das Hinterland ist im Gegensatz zu Madeira eher karg, doch mit seinen vulkanischen Formationen durchaus sehenswert. Eine Fähre verbindet Funchal mit Porto Santo 1x täglich (Tagesrandverbindung), Fahrzeit 2 ½ Stunden. PCR-Test erforderlich.

Einreise & Sicherheitsmaßnahmen

Vorab-Registrierung auf www.madeirasafe.com und negativer PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden) erforderlich, vollständig Covid-Geimpfte oder Genesene müssen dies belegen und können den „grünen Korridor“ nutzen, ansonsten ist ein negativer Test beizubringen. 

Jeder Madeira-Reisende hat Anspruch auf eine kostenlose Testung - entweder vor Rückreise oder vor einer Überfahrt nach Porto Santo.

Vor Ort gelten weiterhin die üblichen Sicherheitsmaßnahmen: Hände desinfizieren, Masken- und Abstandsregelungen, ohne jedoch das Urlaubserlebnis zu trüben. Derzeit werden auf Madeira z.T. auch im Freien FFP2 Masken getragen, wo viele Menschen zusammenkommen, z.B. im Stadtzentrum, am Markt, und nur beim Betreten von Lokalen und in Geschäften.

Restaurants und Bars haben derzeit bis 23 Uhr geöffnet. Aktuelle Informationen über weitere Bestimmungen und Öffnungen auf visitmadeira.pt

Flugverbindungen

Austrian fliegt ab 1. Juli jeden Donnerstag Wien - Funchal nonstop; weitere Umsteigeverbindungen mit TAP via Lissabon und Lufthansa via MUC und FRA

Wichtig: Vorab Online Check-In samt digitaler Dokumentenprüfung und digitaler Einreiseanmeldung (v.a. auch bei Umsteigeverbindungen); die aktuellen Einreisebestimmungen finden sich auf der Webseite der Airline

Hotels & Restaurants

Quinta da Bela Vista: stilvolles Herrenhaus mit Geschichte, umgeben von botanischen Gartenanlagen, Poolterrasse mit Blick über die Bucht von Funchal

Sé Boutique Hotel: charmantes Stadthotel im Zentrum von Funchal, wunderbare Dachterrasse mit Weitblick, feines Bistro

Hotel Porto Santo: das zentrumnahe Strandhotel auf der Nebeninsel punktet mit seiner Lage unmittelbar am goldgelben Sandstrand

Faja dos Padres: Insider-Tipp, nur per Seilbahn zu erreichen, unterhalb der steilen Klippen eröffnet sich eine kleine Oase mit Bananenplantagen, Obstgärten und schließlich die kleine Strandtaverne, direkt am Meer – Idylle pur

The Beer House: zentral an der Promenade von Funchal gelegenes Restaurant mit eigener Brauerei, gemütlicher Lounge-Terrasse, großer Speisenauswahl

Kampo: trendiges Lokal in Funchal Zentrum, Chefkoch Julio Pereira serviert kreative Küche mit Fokus auf Bio, Spezialität: T-Bone-Steak for 2

Nini Andrade Design Center: Top-Spot in Funchals Hafen. Der ehemalige Festungsbau birgt ein exquisites Restaurant samt Bar im Obergeschoß und trägt Namen und Handschrift von Portugals innovativster Designerin

Allgemeine Madeira Informationen: www.madeiraallyear.com