Bekannte Orte wie Venedig, Rom, Bibione und Tropea locken jedes Jahr Millionen von Touristen an. So kommt es schon einmal vor, dass die schönsten Plätze vor lauter Menschen kaum mehr sichtbar sind und sich am Strand Handtuch an Handtuch reiht. Wer nach weniger überlaufenen Orten sucht und das authentische Italien entdecken möchte, reist besser an wirklich unentdeckte Ziele. Die Reiseexperten der Urlaubspiraten haben ihre persönlichen Geheimtipps für einen Italien-Urlaub abseits der üblichen Touristen-Destinationen zusammengestellt.

Malerische Gassen in Asolo

Das kleine Städtchen Asolo liegt im Norden Italiens in den Hügeln von Treviso, die bekannt für erstklassigen Weinbau sind. Im klassischen Prosecco-Gebiet, werden hier die Qualitätsweine der Region gekeltert. Das malerische Hügelstädtchen zieht Reisende mit romantischen Gassen, duftenden Gärten und dem herrlichen Bergpanorama in seinen Bann. Nicht verwunderlich, dass bereits früher Künstler, Schauspieler und Staatschefs wie Ernest Hemingway und Caterina Cornaro den Ort zur Inspiration und Erholung besuchten. Bis heute prägen historische Villen und prächtige Landsitze das Stadtbild.

Hoch oben thront die Ruine der Burg Rocca über der Stadt und lässt diese bereits von weitem erahnen. Plätze wie der Piazza Maggiore mit dem eindrucksvollen Renaissancebrunnen, die Via Roberto Browning mit Arkadengang und Fassaden Fresken und der Palazzo della Ragione machen das Städtchen zum Paradies für Romantiker.

Kunstvolle Straßen und authentisches Flair in Dozza

Das mittelalterliche Dorf Dozza in der Genussregion Emilia Romagna ist ein wahrer Geheimtipp. Auf einem Hügel gelegen ist der kleine Ort für die zahlreichen kunstvollen Fresken an Hauswänden, auf Straßen und Plätzen bekannt. Die bunt gestalteten Gassen gleichen einem beeindruckenden Freilichtmuseum. Mehr als hundert Werke renommierter, zeitgenössischer Künstler aus aller Welt entdecken Urlauber beim gemütlichen Schlendern durch das Dorf.

Am höchsten Punkt des Ortes thront die imposante Festung Rocca Sforzesca. Bis 1960 residierte hier die Aristokraten-Familie Malvezzi Campeggi. Heute lädt das imposante Bauwerk zur Besichtigung unterirdischer Kerker und Wohnräume mit antiker Einrichtung ein. Im Anschluss genießen Reisende im Weinkeller der Festung lokale Köstlichkeiten. In Dozza tauchen Gäste voll und ganz in das authentische Flair eines italienischen Dorfes ein. Ein Muss für jeden Besucher von Dozza: die handgemachte Pasta probieren.

Panoramablick über Sant’Agata dei Goti

In den Hügeln der Provinz Benevento finden Reisende das mittelalterliche Dorf Sant’Agata dei Goti, das spektakuläre Panorama-Ausblicke auf die Umgebung bietet. Mit jahrhundertealter Geschichte und interessanten Traditionen gibt es hier jede Menge zu entdecken. Kleine, enge Gassen, historische Denkmäler und Kirchen sind typisch für das Reiseziel, welches auch schon als Filmset diente. Ein Spaziergang entlang der Brücke über den Fluss Martorano gehört auf jeden Fall auf die To-do Liste, denn der einmalige Ausblick über die Altstadt beeindruckt nicht nur Touristen.

Auch ein Besuch des imposanten Palazzo Ducale, die frühere Residenz der Fürsten und Adelsfamilien, sollten sich Urlauber auf keinen Fall entgehen lassen. Zum gemütlichen Ausklang des Tages laden zahlreiche Pizzerien auf den belebten Plätzen von Sant’Agata dei Goti ein.

Mystische Stimmung im „Heiligen Wald”

Rund 100km nördlich von Rom kommt im Sacro Bosco, dem sogenannten Park der Ungeheuer, mystische Stimmung auf. Auf 2 km2 verteilt, lassen sich unheimliche Fratzen, verwitterte Figuren griechischer Mythen und Götter aus Stein bestaunen. Doch auch die vielen in Stein gemeißelten Inschriften lassen bisher nur Vermutungen zu den unheimlichen Gestalten zu. Bis heute ist ein Park dieser Art einzigartig und deshalb auf jeden Fall einen Besuch wert!

Ganz in der Nähe liegt die bezaubernde Kleinstadt Vitorchiano, die mit ihrem authentischen Charme die Herzen der Urlauber höher schlagen lässt. Wer mehr als nur Strände erleben möchte, ist auch ein Stück weiter in Viterbo gut aufgehoben. Mit malerischer Natur und vielen mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten sind Kulturinteressierte hier genau richtig. Zahlreiche Paläste und die besterhaltenste Altstadt Mittelitaliens warten darauf, entdeckt zu werden.

Den Hexen auf der Spur in Triora

Das kleine „Hexendorf” nahe der französischen Grenze eröffnet Einblicke in düstere Zeiten, die Besucher in Schaudern versetzen. Idyllisch in den ligurischen Bergen gelegen, mitten im Grünen, dreht sich hier alles um Zauberei und das Mittelalter. Reisende spazieren auf den Spuren der Hexen durch grob gepflasterte, enge Gassen, dunkle Gänge und entlang steiler Treppen. Der Legende nach litten die Bewohner des Dorfes im 16. Jhd. unter enorm schlechtem Wetter und einer miserablen Ernte. Hierfür machten sie Hexen verantwortlich und es folgte die Verfolgung von Hexen und langanhaltende Hexenprozesse.

Im Museo Regionale Etnografico e della Stregoneria erfahren Urlauber jede Menge Geschichten aus dem Mittelalter. Spezielle Führungen führen Besucher an die damaligen Schauplätze. Ob Souvenirs in Form von kleinen Schildern oder Statuen - Reisende werden überall an die dunkle Vergangenheit des Ortes erinnert.

Naturpark Valli Cupe

Der Naturpark Valli Cupe gilt als eines der faszinierendsten und eindrucksvollsten Naturgebiete in Kalabrien. Nicht umsonst bezeichnet der Naturforscher John Bouquet das grüne Fleckchen Erde als „das bestgehütete Geheimnis Europas”. Das unberührte Gebiet beeindruckt mit Wasserfällen, tiefen Schluchten, einem Canyon und einzigartiger Flora und Fauna. Mit 8km Länge gibt es hier den zweitgrößten Canyon Europas. Besucher finden hier mehr als 60 Mio. Jahre Geschichte vor und genießen atemberaubende Ausblicke auf den Park. An heißen Tagen laden rauschende Wasserfälle zu einem erfrischenden Bad im klaren Wasser ein.

Mühelos und ohne Begleitung erreichen Reisende den Wasserfall Campanaro, welcher aus 27m Höhe in eine endlos tief erscheinende Schlucht fällt. Verlassene Orte und jede Menge Mythen und Legenden über die verlorene Stadt Barbaro warten im Naturpark Valli Cupe auf Urlauber.

Abenteuerliches Rafting in Laino Borgo

Laino Borgo, in der Provinz Cosenza, ist ein Ort voller Geschichte, Kultur und Tradition. Reisende treffen hier auf architektonische und kulturelle Schätze sowie zahlreiche Kirchen, wie die Wallfahrtskirche Madonna dello Spasimo. Doch die kleinste Ortschaft Italiens begeistert auch Abenteurer: Beim Rafting auf dem Fluss Lao erfahren sie Nervenkitzel pur - in Begleitung erfahrener Guides. Wasserfälle und unzählige Höhlen an beiden Flussufern machen das Rafting zu einem einzigartigen Erlebnis für alle, die Action suchen.

Wer lieber an Land bleibt, findet eine große Auswahl an Spazier- und Wandermöglichkeiten. Nur 30 Fahrminuten entfernt, liegt im Pollino-Nationalpark die Grotta del Romito, übersetzt die Höhle des Einsiedlers. Die Kalkfelsen der Höhle zeigen eindrucksvolle Felskunst in Form von Ritzzeichnungen aus der Altsteinzeit. Ein kleines Museum und Führungen informieren über die Grotta del Romito.