Bilbao

Bilbao steht schon seit Jahren auf meiner Top10-Städtereisen-Wunschliste. Oft angedacht, geplant, aus diversen Gründen wieder verworfen. Abgesehen davon, dass ich Spaniens Städte sowieso liebe, hat für mich die Hafenstadt im Baskenland eine besondere Anziehungskraft. Wenn wir mit „diesem Corona“ endlich das Gröbste überstanden haben, ist Bilbao fällig. Einerseits sind es die modernen architektonischen Werke von Santiago Calatrava (Brücke Zubizuri), Norman Foster (Bahnhöfe) oder Frank O. Gehry (Museo Guggenheim Bilbao), die mich anziehen, andererseits die Altstadt mit den engen Straßen, der Kathedrale, den Museen oder auch die Vizcaya-Brücke, die ich sehen will. Und dann habe ich natürlich vor, einige Pintxo-Bars abzuklappern und mich mittels der mit Zahnstochern zusammengehaltenen Tapas durch die baskische Küche zu kosten und das eine oder andere Glas Sidra (Apfelwein) dazu zu trinken. Christiane Reitshammer

Lissabon

Wir sehnen uns gerade alle danach, wieder zu verreisen. Doch wohin? Vielleicht fällt, wie nach einer langen Beziehung, das Augenmerk nicht gleich auf das Naheliegende. Also muss nach Corona etwas Besonderes her. Ein Ort, der entweder schon (zu) lange auf der Bucket-list steht oder ein Ziel, das sich schon immer als zuverlässiger Weggefährte erwiesen hat. Besonders oft begeistert hat mich Lissabon. Die beeindruckende Architektur, die farbenfrohe Streetart, das vielfältige Essen, die Musik - vom melancholischen Fado bis Jazz- und Klassikkonzerten - und natürlich die sieben Hügel, die den Besucher zwischen romantischen Gassen rauf und runter durch das lebendige Treiben der Stadt der Lichter führen - das ist genau das, was ich nach so einer Durststrecke brauche. Ich nehme die historische Tram 28 durch die Baixa, den Chiado hinauf zur Basilika da Estrela bis zum Campo de Ourique und genieße die einmalige Aussicht. Und wieder alles zurück schlendere ich vom Praça do Comércio zum Kloster im Stadtteil Belém, den Tejo entlang, kann ich den Duft des Meeres bereits erschnuppern. Von Euphorie erfasst, blicke ich hinauf zur Christusstatue, die über der Ponte 25 de Abril-Brücke thront. Ich folge dem Weg weiter und finde schließlich in Costa da Caparica kilometerlange Strände, wo ich meine Zehen zum ersten Mal seit langem wieder in den Sand tauchen kann. Sandra Zurek

London

„Good Morning, Madam...“ Spräche mich in Österreich jemand mit „Gnädigste“ oder „Madame“ an, käme ich mir auf der Stelle alt vor und wäre ein wenig gekränkt. Doch in London liebe ich diese steifen Umgangsformen, die Höflichkeit, dieses unterschwellig Aristokratische sehr. Mein erster Citytrip „danach“ wird mich daher in die Stadt an der Themse führen. Ich freue mich auf das beste indische Essen außerhalb Indiens, auf einen ausgedehnten Bummel durch die unzähligen Marktstände in Camden Town, auf ein bisschen Window-Shopping bei Harrods, aufs Eichhörnchen Füttern im St. James Park und darauf, ikonische Sehenswürdigkeiten zum gefühlt hundertsten Mal zu fotografieren. Ich werde mich im Nobelhotel The Lanesborough auf einen Afternoon-Tea einfinden und dafür so viel bezahlen wie für meine Nacht im Motel One, aber das wird es mir wert sein. Ein Trip nach Leavesden muss auch drin sein - denn dort, etwa eine Stunde nördlich von London, liegen jene Studios, in denen die Harry Potter-Filme entstanden. Claudia Hilmbauer

Tbilissi

Tiflis ist die Stadt meiner pandemischen Träume. Seit ich im ersten Lockdown die knapp 1.300 Seiten des wunderbaren Buchs „Das achte Leben“ verschlungen habe, zieht mich Georgien fast magisch an. Die Hauptstadt der kleinen Kaukasusrepublik am Ostrand Europas gilt als multikulturelles und multireligiöses Kleinod. Am Kreuzungspunkt ehemaliger Handelsrouten gelegen, ließen sich Perser, Byzantiner, Seldschuken, Araber, Russen und andere nieder - um immer wieder vertrieben zu werden. Vierzigmal wurde Tbilissi zerstört, aber immer wieder aufgebaut. Heute kontrastieren futuristische Bauten westeuropäischer Architekten mit einer nur wenig gentrifizierten Altstadt und dem Bäderviertel mit seinen heißen Schwefelquellen. Nachts erstrahlt die hochmoderne Friedensbrücke als atemberaubende Lichtinstallation. Und dann ist da noch die Küche, so ganz nach meinem Geschmack, mit jeder Menge Walnüssen, roten Rüben, Granatäpfeln, Auberginen und dem unwiderstehlich gefüllten Fladenbrot Chatschapuri. Dazu ein Glas georgischen Naturwein. Was will man mehr? Naja. Wenn ich schon mal da bin, dann bitte doch gleich auch noch ein paar Tage Wandern im Kaukasus. Elo Resch-Pilcik

Palermo

Palermo begeistert mich jedes Mal wieder, beeindruckt mich mit seinen prächtigen Palazzi und vielerorts doch renovierungsbedürftigen Fassaden – gleich einer gealterten Diva, deren Schönheit trotz des hohen Alters immer noch atemberaubend ist. Gerne schlendere ich durch die belebten Gassen, genieße die Aromen am pittoresken Vucciria-Markt, um dann zur Happy Hour im traditionsreichen Caffé Spinnato bei Aperol Sprizz und live Piano-Musik die bunte Szene rundum zu beobachten - „that's amore!“ Martha Steszl

Tel Aviv

Sobald es wieder möglich ist, möchte ich unbedingt nach Tel Aviv reisen. Das erste Mal war ich im Sommer 2019 gemeinsam mit meiner Schwester dort. Und auch wenn mich die Stadt nicht vom ersten Moment an begeisterte – zugegeben, unser Start war etwas holprig – so hat sie mich spätestens an der Strandpromenade derart verzaubert, dass ich es kaum abwarten kann, mich wieder in den Bann dieser bunten, pulsierenden und vielfältigen Küstenmetropole voller Gegensätze ziehen zu lassen. Julia Trillsam

Belgrad

In der letzten Ausgabe von reisetipps sehnte ich mich an dieser Stelle zurück in das heimatliche Freibad. Das war in einer Zeit, als viele meiner Freunde ihren Urlaub im ehemaligen Jugoslawien verbrachten. Auch wenn die meisten davon diesen an den Stränden des heutigen Kroatien erlebten, war Belgrad damals schon eine Stadt, die mich faszinierte. Bis heute habe ich es nicht in die serbische Hauptstadt geschafft, über die man viele spannende Geschichten hört. Der Wandel von der kommunistisch geprägten Metropole zu einer hippen Stadt mit einem besonderen Flair soll bemerkenswert sein, aber auch die abwechslungsreiche Geschichte der Stadt, in der Donau und Save ihren Zusammenfluss haben, soll überall spürbar sein. Nach diesem mühsamen Jahr ist es Zeit, mir diesen langgehegten Wunsch zu erfüllen und mich mit einem Besuch in Belgrad zu belohnen. Dieter Putz