Zehntausende Inseln und rund 25.000 Küstenkilometer per Segelschiff, Katamaran, umgebautem Schlepper oder per Kajak zu erkunden, dafür stehen Namen wie Maple Leaf Adventures, Outer Shores Expeditions, Bluewater Adventures, Mothership Adventures und Ocean Adventures Charter Company – normalerweise. Ihre Touren reichen von Bären-, Wolfs- und Walbeobachtungen sowie Wanderungen und Besuchen von indigenen Dörfern in mystischen Küstenlandschaften wie dem Great Bear Rainforest, Desolation Sound, Broughton Archipelago, Haida Gwaii oder im Westen Vancouver Islands – normalerweise.

Im  vergangenen Sommer stellten diese Anbieter jedoch ihre Schiffe sechs Wochen lang in den Dienst der Umwelt: Anstatt Touristen aus aller Welt diese atemberaubenden Naturräume von BC zu zeigen, halfen sie dabei, die Küsten British Columbias von Müll zu befreien. Als Teil der Marine Debris Removal Initiative (MDRI), ein vom Umweltministerium British Columbias finanziertes und von Mitgliedern der BC Small Ship Tour Operator Association entwickeltes Projekt, begab sich eine Flotte aus neun Kleinstkreuzfahrtschiffen Mitte August 2020 auf eine 42-tägige Expedition in die Küstengewässer rund um den Great Bear Rainforest. Dabei sammelten sie über 120 Tonnen Abfall, darunter große Styroporteile, kilometerweise Plastikseile, Flaschen, Gaskartuschen sowie herrenlose Fischernetze, die eine Gefahr für Wale, Fische, Vögel und andere Meereslebewesen darstellen.

Gemeinsam statt als Konkurrenten

“Als klar wurde, dass wir unser Geschäft in diesem Sommer nicht betreiben würden können und eine ausverkaufte Saison abschreiben mussten, haben wir unseren Fokus auf die Umwelt gerichtet, um Meer und Küste, die unseren Lebensunterhalt sicherstellen, etwas zurückzugeben”, sagt Kevin Smith, CEO von Maple Leaf Adventures, der gemeinsam mit Russell Markel von Outer Shores Expeditions das Projekt leitet.

“Wir haben quasi eine Maßnahme erdacht, für die noch keinerlei finanzielle Mittel bereitgestellt worden waren. Und es war wirklich eine bereichernde Aufgabe, dabei mit unseren Kollegen zusammenzuarbeiten - freundschaftlich, nicht als Konkurrenten. Wir möchten auch der Wilderness Tourism Association of BC, den indigenen Gemeinschaften und der Provinzregierung für ihre Mithilfe und Bereitschaft danken, diese Aufräumaktion zu unterstützen; eine positive Geschichte in nie dagewesenen Zeiten. Die MDRI rettete touristische Unternehmen, die Covid-19-bedingt ansonsten ohne Einnahmen dagestanden hätten und bot über 100 Crew- sowie Mitgliedern indigener Gemeinschaften einen Job“.

Für Doug Neasloss, bei der Kitasoo-Xai’Xais Nation zuständig für die Verwaltung und den Schutz des Landes, stellte diese Initiative auch eine einmalige Chance dar: „Die Verschmutzung der Meere ist eine wachsende Herausforderung, und ein Projekt dieser Größenordnung – einen so ausgedehnten, abgelegenen Küstenabschnitt von Müll zu befreien – ist ein Unterfangen, das nicht nur den Lebensräumen der Kitasoo/Xai’Xais First Nation in bedeutendem Maße zugute kommen wird“.

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