„A Dirndl, dås nit krendeln kån, kriegt kan Månn“, heißt es zwar heute nur mehr augenzwinkernd im zwischenzeitlich emanzipierten Kärnten. Am kunstfertigen Krendeln selbst hat sich jedoch nichts bei den seit Jahrhunderten beliebten Kasnudl geändert. Zunächst wird der dünn ausgewalzte Nudelteig zu einer Tasche geformt und mit verschiedensten Zutaten gefüllt. Damit die Fülle beim Kochen in der Nudel bleibt, dichtet man danach die gegeneinander liegenden Teigränder mit besonderer Technik durch zackenartiges Zusammendrücken ab – das sogenannte Krendeln bzw. Grandln.

Mehr als 50 verführerische Füllungen

Kamen Kasnudln früher nur am fleischlosen Freitag auf den Tisch, sind sie heute in all ihren Variationen aus der alltäglichen Speisenkarte als kleiner Snack oder vollwertiges Gericht nicht wegzudenken. Pikant mit Fleisch, Wild, Gansl, Kartoffel-Topfen oder Kaspress, süß mit Kletzen, Nuss-Nougat, Himbeeren, Erdbeeren, Apfel-Topfen und Nuss-Maroni oder saisonal vegetarisch mit Spargel, Pilzen und Kürbis: Beim Füllen sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Nicht zu vergessen die Varianten in vegan, lactosefrei oder auch mit Vollkorn-Dinkel-Teig.

Insgesamt bringen es die beiden Mittelkärntner Manufakturen, die Norische Nudlwerkstatt in Guttaring (www.nudl.at) und die Nudelmanufaktur Kasnudl im Burgenstädtchen Friesach (www.kasnudl.com), auf mehr als 50 handgefertigte Köstlichkeiten, die sie über ihre Online-Shops tagesfrisch und vorgekocht (nur noch zum Aufwärmen) in ganz Österreich per Spezialversand verschicken.

Schaunudlerei, Krendel-Kurse und herzhafte Wirtshaus-Nudln

Die Norische Nudlwerkstatt mit Schaunudlerei, Nudel-Kino, Verkostraum und Shop ermöglicht zudem jeden Dienstag- und Donnerstag-Nachmittag einen Blick hinter die Kulissen der Produktion. Die eigene Fingerfertigkeit in Sachen „Grandln“ lässt sich beim Grandl-Kurs zu testen.

Ein Mittelkärntner Klassiker in Sachen Kärntner Kasnudln ist Barbara und Günther Erians gleichnamiger Gasthof Erian (www.gasthof-erian.at) in Gurk. Die älteste Wirtschaft des Ortes ist ein Refugium regionaler Kulinarik, Wohnzimmer der Einheimischen und Treffpunkt der Vereine. Herzhafte Küche steht hier für echtes Handwerk, wobei neben Wild aus Gurk- und Metnitztal sowie Fisch aus der Umgebung die hauseigenen „Nudelei“ eine wichtige Rolle spielt.

Generell gibt es kaum ein anspruchsvolles Lokal in der Region, das nicht Kasnudln selbst zubereitet. Als Paradebeispiel gilt nicht zuletzt das Wirtshaus Gelter (www.wirtshaus-gelter.at), wo Patron, Koch und Braumeister Christian Gelter zu seinen regionalen, „zweisprachig“ in Deutsch und original kärntnerisch, offerierten Gerichten sein süffiges, hausgebrautes Bier ausschenkt, das unter anderem nach dem legendären Räuberhauptmann Simale benannt ist.

Weitere Informationen: Tourismusregion Mittelkärnten, www.kaernten-mitte.at