Als in Schweden im Mittelalter noch der julianische Kalender galt, markierte der 13. Dezember den Tag der Wintersonnenwende und die längste Nacht des Jahres. Man hütete sich davor, das Haus zu verlassen, da Trolle und böse Wesen in dieser Nacht besonders aktiv waren. Aus diesem Aberglauben heraus entwickelten sich unterschiedliche Bräuche.

Seit etwa 100 Jahren feiert man in ganz Schweden einheitlich: Eine Prozession mit Lucia an der Spitze, die eine Krone aus brennenden Kerzen trägt, zieht durch Schulen und Büros. Frauen und Männer, Jungs und Mädchen kleiden sich in bodenlange weiße Gewänder und geben das traditionelle Lucia-Lied zum Besten. Außerdem geben professionelle Chöre Konzerte in Kirchen im ganzen Land.

Wer um den zweiten Advent in Schweden ist, hat gute Chancen auf das kulturelle Highlight der Vorweihnachtszeit. In Stockholm finden von 8. bis 13. Dezember Lucia-Konzerte in der Storkyrkan und der Jakobskirche statt. Am 9. Dezember, dem zweiten Advent, lädt der Dom zu Uppsala zu einem besonders stimmungsvollen Konzert ein. In Göteborg weiht der Lucia-Chor am 29. November die Weihnachtsstadt ein und singt mehrmals bis zum 13. Dezember.

Im Wettbewerb

Im sonst so bescheidenen Schweden, das kaum Schönheitswettbewerbe kennt, kürt übrigens jeder Ort „seine“ Lucia. Dieses Jahr hat sich Malmö entschlossen, bei der Wahl nicht mehr nach dem Aussehen zu gehen, sondern eine Lucia zu ernennen, die der Stadt gut getan hat. Man sucht eine „Person, die sich als Vorbild ausgezeichnet und Engagement für die Stadt und ihre Bewohner gezeigt hat“. Dass diese Kriterien auch ein Mann erfüllen kann, findet die Stadtverwaltung Malmö gut: „Wir wollen uns nicht auf Frauen beschränken“, sagt Projektleiterin Viveca Byhr Lindén. Derzeit führt sie Gespräche mit den Nominierten, und am 1. Dezember wird verkündet, wer dieses Jahr in Malmö die Lucia-Krone trägt.

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