50 Jahre Felbertauernstraße: Vom historischen Saumpfad zum modernen Alpen-Highway. Über 100 Dreitausender säumen insgesamt die Felbertauernstraße zwischen Mittersill im Salzburger Land und Matrei in Osttirol, darunter der Großvenediger und die Glocknergruppe. Der Urlaub beginnt also schon bei der Fahrt über die staufreie Strecke.

Von München nach Venedig

Wo heute bei der Fahrt in den Süden das Passieren des Felbertauern das pure Fahrvergnügen ist, war früher die Überquerung des Alpenhauptkamms mit Mühe und Gefahren verbunden. „Zur Römerzeit überwand man den mehr als 2.400m hohen Pass nur über einen schmalen, mühsam begehbaren Saumpfad“, weiß Ranger Emanuel Egger vom Nationalpark Hohe Tauern. „Trotzdem war dieser inneralpine Weg schon damals ein bedeutender Übergang von München bzw. Salzburg nach Venedig“.

Boten des Postdienstes und vor allem Bauern auf beiden Seiten des Hauptkammes nutzten diesen Steig, um sich mit dem Transport von Eisen, Gold- und Silberwaren, Gewürzen, feinen Stoffen und Wein auf den Rücken der Saum-Pferde etwas dazu zu verdienen.

Auf alten Saumpfaden

Wer die geschichtsträchtige Route selbst erleben möchte, bucht die Tour „auf alten Saumpfaden“. In Begleitung eines erfahrenen Nationalparkrangers geht es mit Einkehrpause auf der St. Pöltener-Hütte (2.481m) vom Tauernhaus Mittersill bis zum Tauernhaus Matrei. Sportlich sollte man dafür schon sein: Die Strecke ist rund 17km lang, geht 1.170 Höhenmeter hinauf und 1.200 Höhenmeter bergab und dauert mit Pausen ca. acht bis neun Stunden.

Genussvolles Wandern

Für alle, die Osttirol und den Nationalpark erst einmal auf einer genussvollen Wanderung kennenlernen möchten, bietet sich die neue Pauschale „Nationalpark erfahren, Bergluft schnuppern“ an. Darin enthalten sind drei Übernachtungen, zwei Tickets für die Felbertauernstraße für An- und Abreise sowie eine Rangertour laut Sommerprogramm. Zum Beispiel ins autofreie Gschlößtal. Es ist mit seinen Dreitausendern und einem Gletscher hochalpin und gleichzeitig durch einen kinderwagentauglichen Almweg leicht zugänglich. Mit der Pferdekutsche oder dem Taxi geht es hinein, vorbei an Wasserfällen, Almdörfer und der einzigartigen „Felsenkapelle“, die zum Schutz vor Lawinen im 19. Jahrhundert in den Stein gehauen wurde. Auf der anschließenden Tour versorgen erfahrene Ranger ihre Gäste mit vielen Hintergrundinformationen zur Flora und Fauna sowie zur Vergangenheit und Gegenwart des Nationalparks.

Weitere Informationen: www.felbertauernstrasse.at und www.hohetauern.at